Das neue Album Italienische Romantik von Quartetto Altemps bringt zwei außergewöhnliche, lange übersehene Stimmen aus dem Italien des 19. Jahrhunderts ans Licht: Stefano Golinelli und Vincenzo Antonio Petrali. Als eine Wiederentdeckung von „zwei Schätzen des italienischen Musikerbes" konzipiert, die die scheinbare Leere der italienischen Kammermusik dieser Zeit füllen, zeigt diese Weltersteinspielung, wie zwei herausragende Klaviervirtuosen (ein gefeierter Pianist und ein renommierter Organist) sich dem Streichquartett zuwenden, der höchsten Gattung der Kammermusik.
In Golinellis Streichquartett Op. 100 Nr. 1 in h-Moll (1854) treffen Opernintensität und harmonische Rastlosigkeit auf strukturelle Klarheit der österreichisch-deutschen Tradition; Echos von Haydn, Beethoven, Mendelssohn und Schubert sind hörbar, ohne dabei den unverkennbar italienischen lyrischen Impuls zu verlieren.
Petralis Quartett in G-Dur, hier in der überarbeiteten Fassung von 1884 präsentiert, spiegelt eine reife und zutiefst persönliche Synthese wider: italienische Cantabile-Wärme verwoben mit kontrapunktischer Meisterschaft, inspiriert von mitteleuropäischen Vorbildern.
Basierend auf sorgfältiger Erforschung von Originalquellen und Manuskripten nähert sich Quartetto Altemps diesem Repertoire mit dem Geist von Musikern, die Musik ihrer eigenen Zeit aufführen: zukunftsorientiert, lebendig und voller ausdrucksstarker Kraft. Das Ergebnis ist mehr als eine historische Rekonstruktion: Es ist eine kraftvolle künstlerische Aussage, die diesen Werken ihren rechtmäßigen Platz zurückgibt und ein vergessenes Kapitel der romantischen Italiener mit Leidenschaft, stilistischem Bewusstsein und überzeugender interpretativer Tiefe beleuchtet.





