Schuberts Oktett in F-Dur, D 803, gilt als eine der größten Leistungen der Kammermusik – eine umfangreiche, sinfonische Vision verdichtet auf acht Stimmen. Für das Scharoun Ensemble Berlin bildet dieses Meisterwerk den Kern ihrer künstlerischen Identität. Das Ensemble, 1983 von Mitgliedern der Berliner Philharmoniker gegründet, ist nach Hans Scharoun benannt, dem Architekten der Berliner Philharmonie, dessen Kammermusiksaal seit ihrem allerersten öffentlichen Auftritt ihre musikalische Heimat ist – und auch der Aufnahmeort dieser Einspielung. Geprägt durch Jahrzehnte tiefster Vertrautheit offenbart das Oktett Schuberts vollständige emotionale Welt: Freude und Ausgelassenheit, Zärtlichkeit und Nostalgie, Angst und Widerstand, alles entfaltet sich in dem, was Geigerin Rachel Schmidt "eine herrliche Stunde Musik" nennt, die ein ganzes Leben widerspiegelt.
Diese neue Aufnahme markiert einen wichtigen Moment in der Geschichte des Ensembles. Nachdem das Scharoun Ensemble das Oktett fast 500 Mal aufgeführt und es einmal zuvor eingespielt hat, kehrt es nun zu seinem charakteristischen Werk zurück, um eine neue Generation von Spielern festzuhalten, mit Gründer und Kontrabassist Peter Riegelbauer. Die Aufführung, aufgenommen in der Kammermusiksaal der Philharmonie, verbindet interpretative Reife mit erneuerten Frische, wodurch Schuberts außergewöhnliche Farbpalette und dramatische Tiefe vollständig zur Geltung kommen. Mit ihrer innigen Verbundenheit mit Ort, Tradition und lebendiger musikalischer Kontinuität bietet diese Aufnahme eine definitive und sehr persönliche Darstellung eines der beliebtesten Werke des Kammermusik-Repertoires.





