Es ist nicht einfach, die einzigartige Magie der Musik von Mieczysław Weinberg zu beschreiben. Eng verwoben mit seiner Biografie, die von den schmerzhaften Spuren der Umwälzungen des 20. Jahrhunderts geprägt ist, wirken seine Kompositionen wie eine musikalische Spiegelung seines Lebens. Und doch widersetzen sie sich allzu eindeutigen Interpretationen. Diese Musik ist zu komplex und mehrdeutig, ebenso technisch anspruchsvoll wie faszinierend. Manchmal werden Gegensätze hörbar – zum Beispiel, wenn Weinberg in seinen dunkelsten Stunden eine musikalische Sprache findet, die Leichtigkeit und Freude ausdrückt.
Dies ist beispielsweise bei seinem Konzertino Op. 42 der Fall, das im Sommer 1948 komponiert wurde. Aus biografischer Perspektive markiert diese Periode den Moment, in dem der wachsende Antisemitismus des stalinistischen Regimes, der seit Kriegsende deutlich spürbar war, Weinberg direkt zu treffen begann. Gleichzeitig geriet die Musikwelt im Frühjahr 1948 unter die Kontrolle der Zensur als Teil einer vom sowjetischen Führungspersonal orchestrierten Propagandakampagne. Der Fokus lag auf Weinbergs gutem Freund Dmitri Schostakowitsch, der einer der wichtigsten Vertreter einer vermeintlich „formalistischen" und „volksfeindlichen" Musikbewegung war.
In dem Versuch, den Verdacht abzuwenden, schrieb Weinberg im März 1948 eine der erzwungenen und schmerzhaften Selbstanklagens, in denen er seine „Fehler" eingestand und versprach, seinen Stil den offiziellen Erwartungen anzupassen. Um diese Aussagen zu unterstreichen, komponierte er zur gleichen Zeit seine Sinfonietta Nr. 1 op. 41 – ein Werk, das sich in Weinbergs Schaffen durch seine Geradlinigkeit und Einfachheit auszeichnet.
Aber nur wenige Monate später, im Juni 1948, komponierte Weinberg das Konzertino op. 42. Im Gegensatz zur Sinfonietta kann diese Komposition jedoch keineswegs als ein strategisches Werk politischer Berechnung beschrieben werden … (Auszüge aus dem Booklet)





