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Belissama 'VUURWERK' mit Lester Van Loock

V
· 4 Min. Lesezeit
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Belissama 'VUURWERK' mit Lester Van Loock

Belissama wärmt sich im Feuer der Intimität im Theatercafé des Fakkeltheater. Ein überwiegend älteres Publikum, Feinschmecker und Genießer erscheint zu früher Stunde. Lester Van Loock tritt in großem Ornat auf: eine schöne sitzende Frakzug und Fliege als Tribut an die großen Meister. Das Publikum sitzt fast hauteng bei dem Mann am Klavier, was das Erlebnis umso intensiver macht. Jeder Nerv seines Körpers ist angespannt.

Das Klavier steht im Mittelpunkt dieses Rezitals und das wird von Gastgeberin Lissa Meyvis besonders hervorgehoben. Es beginnt mit perlenden Klängen, einer Komposition von Irving Berlin aus 1920 'I love piano' vorgestellt in der Broadway-Musikrevue „Stop! Look! Listen!". Ein Vorgeschmack auf das, was folgt. Musikalisch eröffnet Lester Van Loock ein vielfältiges Spektrum. Er spielt mit starker Ausdruckskraft, die es zu einer attraktiven und begeisternden Aufführung macht. Starke Kompositionen voller melodischer Emotionen. Er versteht es, seine Energie zu kanalisieren und spielt sehr fokussiert und inspiriert.

Nach der verspielten Einleitung präsentiert er drei Werke von Frédéric Chopin und nicht die einfachsten. Seine Musik gehört immer noch zu den meistgespielten. Zunächst die Fantaisie-Impromptu Op. Posth.66. Dieses Solowerk für Klavier erfordert neben guter rhythmischer Beherrschung auch eine gut entwickelte Technik. Es besteht aus drei Teilen. Ein erstes schnelles und virtuoses, das zweite, in dem Gefühl und Romantik vorherrschen, und endet mit einem dritten Teil, fast eine wörtliche Wiederholung des ersten virtuosen Teils.

Musiker treten normalerweise abends auf. Um die frühe Stunde zu kompensieren, wählte Van Loock Drei Nocturnes, Op.9, komponiert vom jungen Chopin, melodisch und atmosphärisch in ihrer Art. Vor der Pause folgt noch ein Stück Feuerwerk von Chopin, Scherzo Nr. 2, Op.31, in dem Van Loock seine Meisterschaft und Vielseitigkeit mit Bravour demonstrieren kann.

Nach der Pause ist das erste Werk Chaconne, BWV 1004 von Johannes Sebastian Bach in einer romantischen Bearbeitung des italienischen Komponisten Ferruccio Busoni. Eine ganz andere Klangwelt entfaltet sich. Vier absteigende Noten bilden die Säulen unter der Chaconne. Bach baute eine Kathedrale um sie herum, die jeden Musiker einschüchtert. Lester Van Loock studierte dieses Werk als junger Konservatoriumsschüler. Beeindruckend, dann wieder pianissimo, dann wieder forte, gleichzeitig zerbrechlich und kraftvoll. In den schnellen Teilen sitzt Punch, die langsamen Teile zeugen von ungehörter Anmut und Introspection.

Jeder kennt das Kinderlied „Altijd is Kortjakje ziek, midden in de week maar 's zondags niet". Lester Van Loock bittet das Publikum, dieses Lied mitzusingen, ein nostalgischer Moment. Die Melodie verdanken wir eigentlich dem Spielvogel Wolfgang Amadeus Mozart. Das kleine Werk existierte bereits länger, aber Mozart gelang es, die Melodie zu popularisieren, indem er etwa zwanzig Variationen darüber in verschiedenen Sphären und Stilen und in einer Fülle von Noten komponierte. Van Loock sucht sowohl Wärme als auch Verspieltheit in den Kompositionen.

Er endet dieses Konzert mit der Ungarischen Rhapsodie Nr. 2, S. 244/2 von Franz Liszt, es ist die zweite in einer Serie von neunzehn Ungarischen Rhapsodien, die auf Volksmusik basieren. Sie ist bei weitem die bekannteste der Serie und gibt dem Pianisten die Gelegenheit, seine außergewöhnlichen virtuosen Fähigkeiten zu zeigen. Lester Van Loock hat eine elegante, introspektive Spielweise. In absoluter Konzentration, subtiler Atmosphärenschaffung und großer Variation in den explosiven Dynamiken und bedrohlichen Clustern (Akkorden, bei denen der Tonabstand zwischen den verschiedenen Tönen sehr klein ist), versteht er es, das Publikum zu rühren und zu ergreifen. Er drischt das Klavier, oder gleitet federnleicht über die Tasten. Man fühlt sich Teil von etwas Magischem. Er ließ es wieder funken! Musik nimmt in diesen düsteren Zeiten die scharfen Kanten weg.

Zwei Stunden lang spielte Lester Van Loock fehlerfrei alle Kompositionen aus dem Kopf. Es erfüllt mich immer mit Staunen und Demut, wie ein Instrumentalist so viele verschiedene notorisch schwierige Werke in seinem Gehirn speichern kann.

Das Publikum geriet buchstäblich aus dem Häuschen und erzwang eine Zugabe Arabeske von Robert Schumann.

„Feuerwerk" war wiederum ein fließend und organisch zusammengestelltes Programm, in dem Lester Van Loock Zeiten und Atmosphären mühelos zu absorbieren versteht. Auf subtile Weise eignet er sich die Musik an, bläst ihr Leben ein, ungewöhnlich klar und transparent. In wenigen Worten zusammengefasst: „SUBLIM" und „GROSSARTIG".

WER: Lester Van Loock

WAS: Belissama „FEUERWERK"

MUSIK: Frédéric Chopin, W.A. Mozart, J.S. Bach, Franz Liszt, R. Schumann

WANN: Sonntag 11. Dez., Matinee 11.00 Uhr

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