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Les Pêcheurs de perles, eine melodiöse Perle

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· 3 Min. Lesezeit
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Les Pêcheurs de perles, eine melodiöse Perle

*** Les Pêcheurs de perles von Georges Bizet ist das Opfer einer bedauerlichen Missachtung aufgrund des weltweiten Erfolgs seines Meisterwerks Carmen. Dennoch zeugt auch dieses Werk von seiner glänzenden Kunst, packende Melodien in einer Geschichte mit dramatischer Spannung zu komponieren. Die kürzlich auf dem Label Pentatone veröffentlichte CD kann Sie bereits auf diese charmante Oper einstimmen, die ab dieser Woche in Opera Vlaanderen zu sehen ist.

Die Geschichte von Les Pêcheurs de perles ist einfach. Es gibt nur vier Charaktere. Also keine hoffnungslos verwirrenden Zustände. Dieses vom neunzehnten Jahrhundert inspirierten Exotismus geprägte Werk spielt auf Ceylon (das heutige Sri Lanka). Die Hauptfigur ist eine Priesterin, die zwischen ihrer Liebe zu Nadir und ihrem heiligen Gelübde zerrissen ist. Ein Dilemma, ähnlich dem, das Norma in Bellinis Oper quält. Die Eifersucht zwischen zwei Männern, Nadir und Zurga, die ursprünglich Freunde sind, sorgt für zusätzliche Konflikte und bereichert die Handlung.

Allein die herrliche Orchestrierung dieser Oper macht das Hören dieser Aufnahme mehr als wertvoll. Daher erwähnen wir in diesem Fall zunächst das Orchestre National de Lille. Es spielt unter der Leitung seines Generalmusikdirektors Alexandre Bloch äußerst nuanciert in den vielen manchmal leicht exotisch klingenden Tonalitäten. Es führt den Hörer mit Gefühl durch die Geschichte und legt sowohl in den Orchesterintermezzos als auch in den Arien und Duetten verfeinerte Akzente in der Instrumentation (Celli, Hörner, Oboe und Harfe, unter anderem im berühmten Duett Au fond du temple saint). Das Leitmotiv, das sich durch die Oper zur Liebe zwischen Nadir und Leila zieht, taucht immer wieder verfeinert erkennbar auf.

Wahre Lyrik und Aufrichtigkeit

Auch vokal genießen wir in dieser Oper schöne Melodien. Zu Unrecht ist nur das bereits erwähnte Duett zwischen Nadir und Zurga aus dem ersten Akt zu bekannt. Das wird auf dieser doppel-CD mit wahrer Lyrik und Aufrichtigkeit gesungen. Aber zum Beispiel auch Rezitativ und Kavantine von Leïla im zweiten Akt (Me voilà seule dans la nuit … comme autrefois dans la nuit sombre) oder das Abschlussduett zwischen Nadir und Leïla sind von bezaubernder Schönheit. In diesem Duett passen die Stimmen von Julie Fuchs (Leïla) und Cyrille Dubois (Nadir) harmonisch zusammen. Julie Fuchs schafft es, die Sehnsucht und Verzweiflung ihrer Figur glaubwürdig auszudrücken, aber manchmal klingt ihre Stimme etwas schrill und sie forciert bei den höchsten Noten. Im Mittelregister klingt sie schön. Tenor Cyrille Dubois hat einen klaren Ton und singt fließend und mit schönen Farbvariationen. Bariton Florian Sempey ist ein autoritärer Zurga, der manchmal etwas wollig klingt, aber vor allem in seiner Rolle als eifersüchtiger Freund überzeugend ist. Bass Luc Bertin-Hugault singt überzeugend seine kleine Rolle des Nourabad.

Eine Aufnahme, die dazu einlädt, auch andere Werke von Georges Bizet als das ewige Carmen zu schätzen. Wiederum auch eine Pentatone-Aufnahme, die dem auf der Rückseite des CD-Hefts angegebenen Slogan gerecht wird: Sit back and enjoy.


  • WAS: Georges Bizet (1838-1875) | Les Pêcheurs de perles
  • WER: Julie Fuchs, Cyrille Dubois, Florian Sempey, Luc Bertin-Hugault | Les Cris de Paris & Orchestre National de Lille u.L.v. Alexandre Bloch
  • WO: Pentatone 2 CDs PTC 5186 685
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