Zweiter Halbfinaltag – Abend
Programm
Anton Kraft (1749-1820) – Konzert in C op. 4
Orchestre Royal de Chambre de Wallonie, Leitung Vahan Mardirossian
Vom ersten Ton an strahlte er Selbstvertrauen aus und war immer bereit, Verfeinerung hinzuzufügen, etwa durch ein Vibrato mit persönlichem Klangcharakter und ein zusätzliches Maß an Geschmeidigkeit. Seine Interpretation atmet ein tiefes Verständnis der klassischen Musik. Er hat einen eigenen, charakteristischen Stil in der Interpretation der lyrischen Passagen. Seine künstlerische Ausstrahlung wird durch eine unglaubliche Präzision in Fingersatz und Strichtechnik verstärkt, mit der er die Aufmerksamkeit des Publikums – und höchstwahrscheinlich auch der Jury – zu fesseln wusste.
Programm
Leopold Hofmann (1738 – 1793) – Konzert in D Badley D3
Orchestre Royal de Chambre de Wallonie, Leitung Vahan Mardirossian
Ein Muster an gefühlvollem Spiel, Sensibilität und Eleganz. Sie spürte deutlich die hohe Intensität der anspruchsvollsten Passagen. Was die technischen Feinheiten betrifft, lieferte sie eine große, aber vollkommen gelungene Leistung. Was uns in Erinnerung bleibt, sind ihr Engagement und ihre Hingabe, die zwischen hoher künstlerischer Qualität und Widerstandskraft schwankten. Eine bemerkenswerte Interpretation, vorbereitet durch ein gründliches Studium der Konzertkantate und ihres Kontextes, in der Tat mit ausgezeichneter Intonation und Phrasierung sowie einem originellen Zugang zu den Stücken.
Programm
Harold Noben - Caffeine
Antonín Dvořák - Klid (Silent Woods) op. 68/5 B 173
Dmitry Kabalewsky - Sonate in B op. 71
Adria Ye, Klavierbegleitung
Er bringt eine gewisse Fremdheit in seine Bühnenpräsentation ein, die er auch in seinem Zugang zum Repertoire zeigt, als würde er sich von einer Vision leiten lassen, die sich von dem kulturellen Kontext distanziert, in dem die Stücke entstanden sind. Er beherrscht alle technische Virtuosität des Cellos auf der Suche nach einem fehlerfreien Klang, einer abstrakten Perfektion, aber spielt dieses komplexe Repertoire – das in seiner Musikalität offengelassen ist – mit einer Art Distanz und Abgelöstheit. Es gab eine auffallende allgemeine Affinität mit dem Spiel des begleitenden Pianisten.
Programm
Henri Dutilleux - Trois Strophes sur le nom de Sacher
Harold Noben - Caffeine
Christian Jost - Rumor Images
Hans Bottermund - János Starker Variationen über ein Thema von Paganini
Dina Ivanova, Klavierbegleitung
Mit einer natürlichen Veranlagung und einer meisterhaften Beherrschung des künstlerischen Handwerks, Qualitäten, die aus Studium, Intuition und Erfahrung hervorgehen, verfügt Michael Wehrmeyer über eine beeindruckende Bühnenpräsenz, in der er eine große Beherrschung aller technischen Aspekte des Cellos, der Intonation und Phrasierung zeigt. Er versteht es, ein Gleichgewicht in den warmen, reichhaltigen Klangfarben zu finden und zeigt sowohl Finesse als auch eine durchdachte Strategie bei der Schaffung von Wirkung. Geschätzt wegen seines persönlichen Stempels auf die Interpretation und der Originalität seines Liederabend-Ansatzes, teilt er all seine Talente großzügig in einer sehr inspirierenden Aufführung, die eine begeisterte Reaktion beim Publikum hervorruft.


