Fünfter Halbfinaltag – Nachmittag
Programm
Anton Kraft - Concerto in C op. 4
Orchestre Royal de Chambre de Wallonie, dir. Vahan Mardirossian
Technisch tadellos präsentiert Leland Ko das Konzert von Kraft in einem etwas schnelleren Tempo und setzt dies beim erfahrenen Orchester durch, das sich sofort anpasst und folgt. Der Cellist, dessen Distanziertheit und Eigenwilligkeit mir bereits seit dem Recital aufgefallen waren, strahlt Abstraktheit, Unabhängigkeit und die Fähigkeit aus, Erneuerung ins Cellospiel zu bringen.
Michael Wehrmeyer
Programm
Michael Haydn - Concerto in B-Dur
Orchestre Royal de Chambre de Wallonie, dir. Vahan Mardirossian
Ein Cellist, der sehr entspannt wirkte und sich beim Spielen dieses Konzerts von Michael Haydn, das besonders in der hohen Lage große Anforderungen stellt, wohl fühlte, wo er einen sehr ausdrucksstarken Celloclang hervorbrachte. Wehrmeyers sanfte und fließende Läufe in der linken Hand tragen sowohl zur technischen Präzision als auch zum künstlerischen Aspekt bei. Er muss unweigerlich viel Zeit darin investiert haben, was sich in einem Selbstvertrauen und einer Zuverlässigkeit ausdrückte, die auch auf das Publikum übergingen.
Programm
Harold Noben - Caffeine
Alfred Schnitke - Sonate n. 1 op. 129
Bohuslav Martinů Variationen über ein Thema von Rossini H 290
Naoko Sonoda, Klavierbegleitung
Eine Programmwahl aus dem 20. und 21. Jahrhundert, in der der enorme Druck auf den Cellisten kaum je abnimmt. Ein Ansatz, der die Gegenwart als Geschichte darstellt, als ob ein Rückblick bereits möglich wäre. Hohe Konzentration und Intensität in diesem Recital, die von einer großen beruflichen Leidenschaft von Ettore Pagano zeugt. Er und die begleitende Pianistin haben alles getan, um erfolgreich zu sein.
Theresa Laun
Programm
César Franck - Sonate in A FWV 8
Harold Noben - Caffeine
Dina Ivanova, Klavierbegleitung
Theresa Laun spielt diese gefühlvolle Sonate auf erstaunlich harmonische Weise auf ihrem Cello, wobei sie die Musik transponiert und ihre innere Stimme dem Instrument verleiht. Sie verzaubert den Hörer mit ihrer Interpretation der vielfältigen Klangfarben, voller künstlerischer Ausdruckskraft. Gegen alle Erwartungen gelingt ihre Interpretation von Caffeine, einen sanften Celloclang über den Herausforderungen des Stücks vorherrschen zu lassen, das von einer paradoxalen, selbst unterminierenden Modernität spricht.
