Zum Inhalt springen
Dit is een volledig nieuwe website, vond u een bug, stuur ons een email op bestuur@klassiek-centraal.be
Automatisch übersetzt · Original
Rezensionen

KEW Viool 2019 - Finaleweek - Fünfter Abend

L
· 3 Min. Lesezeit
Diesen Artikel teilen
KEW Viool 2019 - Finaleweek - Fünfter Abend

Es gibt solche Finaltage, an denen alles anders wird als erwartet. Zunächst sitzt man im Verkehr in Brüssel fest: ein schwerer Unfall und dann noch ein Brand. Parkplatz? Ja, gefunden an dieser wunderschönen Kathedrale, Inbegriff der Brabanter Gotik. Trotzdem noch rechtzeitig im Saal… Was wird es heute sein, denn einen echten Gewinner mit den Allüren eines Gewinners, ehrlich gesagt? Den haben wir bislang noch nicht gehört. Noch nicht aber…

Stella Chen (USA, 13.07.1992)

Stella Chen eröffnete den Abend, wie alle Kandidaten, mit dem vorgegebenen Werk, das für diesen Wettbewerb komponiert wurde, Fidl, des Finnen Kimmo Harola. Viel kann ich darüber nicht berichten, außer dass diese bereits erfahrene Geigerin keine Affinität zu dem Werk hatte. Sie spielte auf einem Instrument Noten, manchmal nicht ganz richtig, aber gut, wir haben Verständnis dafür, besonders die ersten Takte dieses Werkes liegen für jeden etwas schwierig. Man müsste viel länger daran arbeiten können als nur eine Handvoll Tage.

Leider war sie, meiner Meinung nach, auch nicht dabei in der dramatischen Geschichte von Tschaikowskys Violinkonzert. Manchmal war sie auf der richtigen Spur, aber bald darauf spielte sie zu laut, mit hakenden Bogenansätzen in den vielen schnellen virtuosen Passagen, die sie auch noch gehetzt vortrug. Ich fürchte, sie hat ihre Chance verpasst. Das sei so und du weißt es, es ist eine Momentaufnahme bei einem Wettbewerb, und die Teilnehmer sind keine Unbekannten und auch Menschen. Nerven und so.

Foto: The Violin Channel


Timothy Chooi (Kanada 17.12.1993)

Ob der Komponist heute im Saal saß, weiß ich nicht, aber es kann nicht anders sein, als dass er überall auf der Kante seines Stuhls saß und zuhörte. Eigentlich ist Timothy Chooi der allererste Kandidat, der mehr aus Fidl herausholt. Er „fiedelt" wirklich, setzt eigene Akzente, spielt mit dem Stück, ist persönlich und inspiriert und zeigt dennoch ernsthafte Partiturtreue. Trotz Schönheitsfehlern setze ich bereits eine 1 (mit Fragezeichen) neben seinen Namen.

Dieses Fragezeichen darf wahrscheinlich jetzt schon weg – und ich prognostiziere also doch, obwohl ich es mir nicht versprach – denn, ach, wie er dieses Konzert von Tschaikowski interpretierte, das kann man nur, wenn man in die Haut des Komponisten schlüpft. Ja, Gänsehaut und tiefe Ergriffenheit. Tausend Worte reichen nicht aus, um die tiefe Schönheit, das große Gefühl, diese slawische Melancholie all das auszudrücken.

Der Dialog mit dem Orchester und dem Dirigenten war da und wie! Timothy Chooi riss den Dirigenten mit, das Orchester wurde ein Top-Ensemble. Wie sich doch mit einem Fingerschnippen alles verändern kann! Ja, was dieser Porzellan-Junge tut, ist Geige spielen, meisterlich! Es ist mehr, er und seine Geige sind die Verlängerung der Musik, der Partitur, von dem, was Musik nun mal zu dieser Extra-Dimension macht, die einen Menschen heilt. Weitere Worte folgen möglicherweise nach Bekanntgabe der Preise…

Foto: © Den Sweeney

Diesen Artikel teilen
DE