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Rezensionen

Ein lebhaftes Fest: Die Fledermaus Opéra Royal de Wallonie Liège

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· 3 Min. Lesezeit
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Ein lebhaftes Fest: Die Fledermaus Opéra Royal de Wallonie Liège
© Opéra Royal de Wallonie Liège

Regisseur Olivier Lepelletier-Leeds erzählt in seinem Kommentar zur Aufführung, dass es sein Ausgangspunkt war, "eine Welt zu schaffen, leicht und flüchtig wie eine Champagnerblase, glitzernd, festlich und mit der einzigen Absicht, das Publikum zu unterhalten und zu verzaubern". Darin ist er großartig gelungen.

Ohne die Aktualisierung zu einem schwerwiegenden Thema zu machen, verlegt er die Geschichte aus dem Wiener zweiten Halbjahrhundert des neunzehnten Jahrhunderts in die Hollywooder Achtzigerjahre mit Anspielungen auf Feuilletons wie Dynasty oder Miami Vice, auf Mode-Ikonen wie Gaultier oder Armani und auf Popstars und Travestiten (Alfred, der Liebhaber von Rosalinde, Frosch, der Major Domo beim Fest des Orlofsky und ein Gefängnisaufseher). Mit geschickt eingefügten Verweisen auf das Moulin Rouge, die Marseillaise, die ausgelassenen Wiener Bälle verweist er subtil und ohne störende historische Anspielungen auf die schwüle Periode des Wiens nach dem großen Börsencrash von 1873 und der Französischen Revolution. Die Fledermaus (Johann Strauss Jr. (1825 - 1899)) von Lepelletier-Leeds ist ein unterhaltsames Fest, in dem materielle Eleganz und Reichtum das Firniss bleiben, das die Lügen und privaten Fantasien verbergen. Verkleidung und Intrigen verflechten sich zu absurden Situationen.

Beim großen Fest bei Fürst Orlofsky amüsiert sich Eisenstein ausgelassen mit den Tänzerinnen. Letztendlich macht er seiner eigenen Frau – in Verkleidung – den Hof: "Dieser Anstand so manierlich". Dann tritt der Betrug in eine gefährliche Phase ein, um bei der Konfrontation im Gefängnis zu einer überraschenden Lösung zu kommen: über das "Repetier-Uhrwerk", das sie ihm beim Fest entwunden hat. Auch das Gefängnis erhält in dieser Produktion einen unwahrscheinlichen Hauch von Luxus, mit einem goldfarbenen Chesterfield-Sofa und goldfarbenen Zellentüren. Erneut die ebenso feinsinnige wie ironische Anspielung auf die materialisierte "Luxusgesellschaft", in der die Geschichte spielt. Mit dem Clou der Auflösung der Farce, in der Falke endlich seine Rache an seinem Freund Eisenstein vollziehen konnte, der ihn einst nach einem zechenden Abend als Fledermaus verkleidet auf der Straße stehen ließ.

Der Erfolg dieser gelungenen Regie hängt natürlich maximal von den Interpreten ab: Sänger, Schauspieler, Tänzer. Wir können kurz sein: jedes Glied des Stücks ist perfekt. Das Bühnenbild ist wunderbar, die Kostüme stilvoll. Die Balletttänzer überraschen vom ersten Auftritt an, wenn sie die Blumen über die Bühne verteilen, bis zu den wunderschönen Tanzszenen beim Fest des Orlofsky, sei es Polka oder Walzer. Créatine Price als "Intro-Gast" beim Fest des Orlofsky – eine hinzugefügte Szene – und als Frosch im Gefängnis spielen ihre/seine Rolle komisch-echt! Die Sänger waren sowohl als Schauspieler großartig, blieben aber auch stimmlich überzeugend, mit Anne-Catherine Gillet an der Spitze. Wir haben sie in Lüttich bereits in verschiedenen Partien erlebt, aber sie bewies erneut ihr Talent und ist eine wunderbare Rosalinde. Sie singt mit so viel Leidenschaft und überzeugt völlig in der Inszenierung, in der sie sozusagen selbst Freude hat.

Dirigent Nikolas Nägele, ein Newcomer an der Opéra de Wallonie, überzeugte mit angemessen lebendiger Dirigierstil. Er sorgte für Schwung in der wirbelnden Operette, wobei sich das Orchester vollständig mitreißen ließ. Detail: die Ouvertüre rein musikalisch genießen zu können, bevor der Vorhang aufgeht, das ist heutzutage eine seltene Herrlichkeit, bei der wir die musikalischen Themen genießen, die wir dann im Verlauf des Stücks wiederfinden.

Der Beifall war zu Recht besonders ausgelassen und ebenso spritzig wie die ganze Aufführung.

Details

Wer
Olivier Lepelletier-Leeds, regie - Nikolas Nägele, dirigent - Orchestre, Choeur Opéra de Wallonie - Stemmen: Anne-Catherine Gillet, Markus Werba, Enkeleda Kamani, Christina Bock, Filip Filipović, Pierre Doyen, Samuel Namotte, Maxime Melnik, Créatine Price, Marion Bauwens
Wo
Opéra Royal de Wallonie Liège, Luik
Gesehen am
28 Dezember 2025
Bildnachweis
Opéra Royal de Wallonie Liège
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