Es ist lange Zeit her, dass ich eine neue Lautenaufführung gefunden habe, die mein Ohr so sehr erfreut. Mit federleichter Berührung und geschmeidigen Verzierungen bringt Bernhard Hofstötter ein vergessenes Repertoire zum Klingen. Er präsentiert Musik aus der legendären Musiksammlung von Dr. Werner Wolffheim. Das Manuskript AUS-Mml ms. LHD 243 "Album für die Laute" ist einzigartig und enthält mehrere Kompositionen, die in keiner anderen Quelle zu finden sind.
Das Manuskript wirft Fragen auf und präsentiert faszinierende Musik. Seine Entstehung ist von Geheimnis umhüllt. Es ist eine Auswahl französischer Tabulatur für eine 11-saitige Barocklaut, vermutlich um 1700 im heutigen Deutschland zusammengestellt. Der Titel "Album für die Laute" wurde später in Bleistift hinzugefügt. Bei vielen Werken ist kein Komponist angegeben und die Namen, die wir kennen, stammen von weniger bekannten Komponisten, von denen auch nicht viel Informationen erhalten geblieben sind. Kurz gesagt, viele Fragezeichen.
Aber das schmälert nicht die Qualität der Musik. Und schon gar nicht die erhabene Interpretation von Bernhard Hofstötter. Auf seinem Album präsentiert er eine Auswahl von Tänzen. Diese ordnete er in einer angenehmen Abfolge an, bei der sich verschiedene Tempi und Atmosphären abwechseln. Das hält die Hörerfahrung frisch und spannend.
Mit reiner Anschlagstechnik und sorgfältig gewählten Verzierungen spielt Hofstötter mit der Musik. Die Partitur ist sein Leitfaden. Sarabande [track 05] von Achaz Casimir Hültz (1658-1723) und das anonyme Werk ohne Titel [track 10] veranschaulichen dies schön. Auch die Qualität der Aufnahme muss gelobt werden. Hofstötter spielt mit federleichter Anschlagstechnik und mit minutiösen, dynamischen Unterschieden. Von den schnellsten Läufen bis zu den leisen Noten kommen sie alle klar aus den Lautsprechern.
- WER: Bernhard Hofstötter [Laute]
- WAS: Album Für Die Laute
- LABEL: TYXart TXA22172
- BESTELLEN: JPC