Zum Inhalt springen
Dit is een volledig nieuwe website, vond u een bug, stuur ons een email op bestuur@klassiek-centraal.be
Automatisch übersetzt · Original
Rezensionen

Hinter verschlossenen Türen: Janáčeks Jenůfa

J
· 4 Min. Lesezeit
Diesen Artikel teilen
Hinter verschlossenen Türen: Janáčeks Jenůfa

Als seizoenslot koos Opera Ballet Vlaanderen voor Leoš Janáček's tragische Jenůfa (1904): een verhaling over menselijkheid en verlangen. Dit is een compositie die, na 120 jaar, nog altijd de hedendaagse snaren raakt. Unter der Leitung von Dirigent Alejo Pérez und mit einer Regie von Robert Carsen bringt OBV uns eine eindringliche, rohe Konfrontation.

Jenůfa: ein Spielball des Schicksals(?)

Die Kraft von Janáčeks naturalistischer Oper Jenůfa liegt in ihrem realistischen Kern. Sie spielt sich im späten neunzehnten Jahrhundert ab, könnte aber ebenso gut heute stattfinden. Ein Mädchen (Jenůfa, Sopran Agneta Eichenholz) steht im Mittelpunkt einer Geschichte über Eifersucht, Besitztum und moralische Reinheit. Sie ist verliebt in den Playboy ihres Dorfes Števa (Tenor Ladislav Elgr). Zum Ärger seines Halbbruders Laca (Tenor James McCorkle), der sie deswegen verstümmelt (!). Danach lässt Števa sie einfach fallen. Aber leider stellt sich heraus, dass Jenůfa schwanger ist, wovon er wusste. Das Mädchen wird emotional hin und her gerissen. Sie hat keine Eigenständigkeit in dieser Geschichte, sondern ist ein Handlungselement für die anderen Akteure.

Die eigentliche Tragödie kommt von Jenůfas Stiefmutter, der Küsterin (Mezzosopran Natascha Petrinsky). Sie steht während der Oper vor schrecklichen Ideen und Entscheidungen. Es beginnt mit ihrer Warnung an Jenůfa vor Štvas wahrem Wesen, wird durch die Schwangerschaft fortgesetzt, und schließlich mit dem, wofür das (unerwünschte) Kind tatsächlich steht. Als Küsterin hat sie auch eine religiöse Konnotation. Jenůfa ist die Definition eines Opfers des Schicksals anderer, aber die Küsterin? Sie ist die zentrale Antihelden, die von ihren Entscheidungen geplagt wird, und vom Schicksal ihrer Stieftochter. Und Laca, der Jenůfa verstümmelte? Er heiratet das Mädchen schließlich, wird einfach so vergeben... als wäre nichts geschehen.

Aber ist solch eine Vergebung realistisch? Oder gibt es uns gerade eine Idee davon, wie die menschliche Psychologie immer stark von sozialen Konstrukten wie Patriarchat, Religion und Herdenverhalten gesteuert wurde? Tatsächlich ist Jenůfa als Geschichte im Jahr 2024 eine ausgezeichnete Wahl von OBV, um uns zum Nachdenken zu bringen. Was ist noch immer für uns Realität – wie Misshandlung, Missbrauch und Manipulation –, und was haben wir endlich hinter uns gelassen. Haben wir jetzt mehr Wahlfreiheit in unserem eigenen Schicksal, im Gegensatz zu der jämmerlichen Jenůfa, oder doch noch nicht?

Die irdische Realität

Die Regie und das Bühnendesign versetzten das Publikum in eine fast voyeuristische Rolle. Die beweglichen (Tür-)Wände gaben eine Illusion von Außenstehenden, die nach innen spähten. Während sich das Drama entwickelte. Ein Drama, das die Küsterin lieber hinter den Wänden behalten hätte. Die Verwendung von Erdreich brachte uns immer wieder zurück zu dem, was letztendlich eine ländliche Szene ist. Dies in musikalischer Symbiose mit Janáčeks Verwendung mährischer Volksmotive. Die Beleuchtung und die Kostümierung zeigt uns bei Carsen häufiger das Gefühl, zufällig in ein Golden Age Hollywood-Drama geraten zu sein.

Aber neben der Bühne selbst ist wer auf ihr steht noch wichtiger: die Besetzung. Petrinsky als die Küsterin, in einer Rolle, die sowohl reine Gesangsklänge als auch veristische Schreie – manchmal kurz nacheinander – erfordert, hat diese Rolle zu ihrer eigenen gemacht. Was möglicherweise eine Karikatur hätte sein können, war ein Spiel von Emotionen. Ich sage in dieser Rezension nicht zu viel über das, was sie (die Küsterin) tatsächlich getan hat; denn das musst du als Publikum selbst hören und sehen. Es ist emotional ergreifend.

McCorkle als Laca war befremdlich sympathisch. Auf solche Weise, dass man mit dem Glück eines besitzergreifenden und gewalttätigen Mannes mitfühlte. Seine volle Stimme – die von Natur aus eine Art cremige Vokalität (um es so auszudrücken) enthält – hielt diese Zerreißprobe am Laufen. Nun, letztendlich sind dies nur zwei Namen aus einem ausgezeichneten und ausgewogenen Ensemble. Jeder, von Eichenholz und Elgar bis zur Sopranistin Karen Vermeiren – eine verspielte Überraschung als die Bürgermeisterin –, war in Bestform. Mir fehlen die Worte.

Das Ende der Saison bringt uns eine eindringliche Oper und eine ausgezeichnete Aufführung. Jenůfa zum Leben zu erwecken, ohne die realistische Tragödie zu sehr auf der Seifenopern-Ebene zu verlieren, ist nicht immer einfach. Die Produktion von OBV hat das richtige Gleichgewicht gefunden und präsentiert. Hoffentlich ist dies ein Versprechen für eine ebenso starke kommende Saison!

Details

Wer
WIE: Alejo Pérez (dirigent), Robert Carsen (regisseur), Ian Burton (dramaturg), Agneta Eichenholze, James McCorkle, Ladislav Elgr, Natascha Petrinsky, Maria Riccarda Wesseling, Nadine Weissmann, David Stout, Reuben Mbonambi, Karen Vermeiren, Zofia Hannah, Marta Babić, Bianca Van Puyvelde, Lissa Meyv
Wo
Opera Ballet Vlaanderen, Antwerpen/Gent.
Gesehen am
5 Juni 2024
Diesen Artikel teilen
DE