"Aus eins mach zwei", sagt man manchmal. Und das stimmt. Beim großartigen Festival de l'Abbaye de Saint-Michel en Thiérache wird nicht nur wunderbare Musik gehört, es werden auch neue Kontakte geknüpft. So stellte ich fest, dass das Abtei-Festival eine enge Verbindung zum Festival de Laon hat.
Laon ist ein wunderschönes historisches Städtchen im Département Aisne, etwa 230 Kilometer von Brüssel entfernt, oder etwas mehr als zweieinhalb Stunden Fahrtzeit. Es liegt etwa fünfzig Kilometer nordwestlich von Reims. Vor Jahren fuhr ich die sogenannte "königliche Kathedralenroute" von Metz nach Rouen. Unterwegs war die Kathedrale von Laon eine jener überraschenden Entdeckungen, die eine Reise unvergesslich machen.
Das Städtchen, gelegen auf einer malerischen Hügelspitze, wird buchstäblich von seiner beeindruckenden Kathedrale aus dem zwölften Jahrhundert dominiert. Ein Denkmal, das, wie man heutzutage sagt, doch etwas unterschätzt ist. Auch die alte ummauerte Stadt mit ihren gepflasterten Gässchen, mittelalterlichen Gebäuden und panoramischen Ausblicken über die umliegenden Ebenen ist mehr als einen Besuch wert. Und dann gibt es da noch die charmante Zahnradbahn, die die Unterstadt mit dem historischen Zentrum verbindet – für alle, die das Auto lieber unten lassen.
Sie hören es schon. Und Bürgermeister Éric Delhaye wird das sicherlich gerne lesen und aus vollem Herzen bestätigen: Laon ist mehr als nur einen einfachen Umweg wert.
Besonders wenn Sie das 37. Festival de Laon mitnehmen können. Das Programm ist ein Lehrbuchbeispiel für musikalische Vielfalt. Nicht an ein einziges Thema oder Genre gebunden, bietet das Festival wirklich für jeden etwas. Die Kathedrale bildet natürlich das Herzstück des Festivals, dient aber auch als Inspirationsquelle. Verschiedene Werke werden als eine musikalische Kathedrale für sich betrachtet: monumental, vielschichtig und zeitlos.
Im Programm stehen unter anderem Symphonien von Mozart, Beethoven, Mussorgski und Schostakowitsch. Bachs Goldberg-Variationen erklingen in einer besonderen Bearbeitung für Streichtrio. Darüber hinaus gibt es Musik von Arvo Pärt und Olivier Greifs beeindruckendes Eine Geschichte der Welt. Film und Literatur haben ebenfalls ihren Platz, mit unter anderem einer Aufführung von Locus Lucis und Aktivitäten rund um Marcel Proust.
Aber letztendlich sind es vielleicht die Musiker, die Sie neben der Stadt selbst davon überzeugen werden, einen Kurztrip nach Laon zu planen. Um nur einige Namen zu nennen: Jaap van Zweden dirigiert das Orchestre Philharmonique de Radio France, während Simon-Pierre Bestion mit La Tempête für ein ganz anderes musikalisches Erlebnis sorgt. Den Rest des beeindruckenden Programms entdecken Sie am besten selbst online.
Das Festival läuft vom 10. September bis 7. Oktober 2026. Wer Musik, kulturelles Erbe und überraschende Entdeckungen liebt, hat damit schon mal ein ausgezeichnetes Reiseziel.





