Nach unserer früheren Besprechung der SingleTzigane von Maya Levy und Marina Saiki wollten wir das Konzert dieses glänzenden Duos im Rahmen der Reihe Musikalische Schätze am 13. Februar d.J. in der Königlichen Bibliothek in Brüssel keinesfalls verpassen. Das Programm endete schließlich mit Ravels mitreißendem und die Erwartung, dieses Werk nun auch live zu hören, war groß. Was auf der Aufnahme schon überzeugte, würde im Konzertsaal zweifelsohne noch an Intensität gewinnen. von Maya Levy und Marina Saiki wollten wir das Konzert dieses glänzenden Duos im Rahmen der ReiheMusikalische Schätze – in allen Bedeutungen des Wortes
Der Titel der Reihe erwies sich als besonders gut gewählt. Die Musik auf dem Programm – Werke von Ravel und Saint-Saëns – darf ohne weiteres als musikalisches Erbe von höchster Ordnung betrachtet werden. Aber mindestens genauso traf der Titel auf die Ausführenden selbst zu. Maya Levy und Marina Saiki sind Künstler von außergewöhnlichem Niveau, Musiker, die nicht nur technisch brillieren, sondern ihr Spiel mit Vision, Verfeinerung und überzeugter Künstlerschaft durchdringen.
Dass dies alles in der Königlichen Bibliothek stattfand, war an sich schon eine Entdeckung. Wer dieses beeindruckende Gebäude vor allem als Aufbewahrungsort von Büchern, Manuskripten und historischen Dokumenten kennt, erwartet nicht sogleich einen intimen Konzertsaal, in dem Musik so direkt und intensiv erklingen kann. Dennoch erwies sich der Ort als ideale Umgebung für dieses Nachmittagskonzert. Zudem gab es Partituren und andere Dokumente zu sehen, die mit dem Programm verbunden waren, wodurch die Musik sozusagen in ihren historischen Kontext eingebettet wurde. Das Publikum war zahlreich anwesend und reagierte von Anfang an mit warmer Aufmerksamkeit und Begeisterung.
Ein mitreißendes Programm
Von den ersten Takten von Ravels
Kaddisch war klar, dass dies ein besonderes Konzert sein würde. Levys Violine klang warm, glühend und intensiv durchlebt. Sie spielte mit natürlicher Atemzug in ihrer Phrasierung, mit einem Ton, der sowohl Verletzlichkeit als auch innere Kraft ausstrahlte. Saiki folgte und leitete gleichzeitig, ihr Pianospiel war reichhaltig nuanciert und vollkommen ausgewogen, niemals nur begleitend, sondern stets dialogisierend. In der
Habanera zeigte das Duo eine andere Dimension von Ravels Sprache: sinnlich, subtil rhythmisch profiliert und mit verfeinerter Leichtigkeit. Hier zeigte sich, wie fehlerfrei sie aufeinander eingespielt sind. Jede Nuance, jede Beschleunigung oder Verlangsamung wurde gemeinsam getragen, ohne jemals gekünstelt zu klingen. Mit der Sonate Nr. 1 op. 75 von Saint-Saëns bekam das Konzert einen monumentaleren Charakter. Die Sonate erfordert sowohl Virtuosität als auch strukturelle Einsicht, und beide Musiker beantworteten diese Herausforderung mit Überzeugung. Saiki ließ einen kraftvollen, klaren Klavierklang hören, mit beeindruckender Kontrolle über Dynamik und Textur. Levy kombinierte technische Beherrschung mit einer leidenschaftlichen Intensität, die dem Werk dramatische Spannung gab, ohne an Eleganz einzubüßen. Es war Musikmachen auf einem Niveau, das mühelos die großen Konzertpodien würdig ist.
Tzigane – Feuer und Verfeinerung
Zigeuner – Feuer und Verfeinerung
Das Finale, Ravels"," bildete den Höhepunkt des Nachmittags. Bei dem bereits besprochenen Single-Stück entschied sich das Duo dafür, die Luthéal zu verwenden – das Instrument, das Ravel ursprünglich im Sinn hatte – was der Aufnahme eine besondere Klangfarbe verlieh. In der Live-Aufführung erklang das Werk in der Fassung für Violine und Klavier, was eine andere, aber nicht weniger faszinierende Perspektive bot. von Maya Levy und Marina Saiki wollten wir das Konzert dieses glänzenden Duos im Rahmen der ReiheDie lange, freie Eröffnung der Violine war schlicht atemberaubend. Levy baute die Spannung mit einer beinahe theatralischen Intensität auf, ohne dabei je die musikalische Linie aus den Augen zu verlieren. Wenn das Klavier einsetzt, entfaltet sich ein Dialog voller Energie, Präzision und Raffinement. Saikis Spiel war rhythmisch scharf und zugleich geschmeidig – ein solides Fundament, auf dem Levy ihre virtuosen Linien glänzen lassen konnte. Die Kombination aus technischer Brillanz und musikalischem Raffinement machte diese Aufführung von Anfang bis Ende mitreißend.
Ein verdientes Bravo
Das Konzert fesselte von der ersten bis zur letzten Note. Kein Moment ließ die Aufmerksamkeit nach, keine Passage wurde zur Routine. Was Maya Levy und Marina Saiki boten, war Musizieren auf höchstem Niveau – mit einer Intensität und Reife, die tiefe Einddrücke hinterließ.
Der ausgelassene und lang anhaltende Applaus, mit dem das Publikum sie am Ende würdigte, war mehr als verdient. Dieser Nachmittag in der Königlichen Bibliothek bewies, dass
keine leere Worthülse ist, sondern eine treffende Beschreibung dessen, was hier geboten wurde: Musik und Musiker von außergewöhnlichem Wert. am 13. Februar d.J. in der Königlichen Bibliothek in Brüssel keinesfalls verpassen. Das Programm endete schließlich mit Ravels mitreißendem Maya Levy (Violine) Marina Saiki (Klavier)



