Unsere Website wurde erneuert, gib selbst deine Veranstaltungen ein. Hast du einen Fehler gesehen? Schreib uns!

Klassik Zentral

Brewaeys? Sicherheitsgurte anlegen!

Vollbesetztes Studio 4 in Flagey, ein jüngeres Publikum als bei einem durchschnittlichen »klassischen« Konzert und ein komplettes Brussels Philharmonic mit Extras – schließlich geht es um Musik von Luc Brewaeys, also: »Anschnallen!«.

So sollte man sich Luc Brewaeys (1959-2015) in Erinnerung rufen, den Mann, der sein Leben voll ausschöpfte. Großartige Atmosphäre im Studio 4, nicht nur wegen seiner Musik, sondern auch wegen der Weltpremiere des Violinkonzerts von Daan Janssens auf dem Programm.

Die 6. Sinfonie von Brewaeys, in einem ausgedehnten Satz, beginnt dunkel, tief, mit auch dieser tiefen großen Trommel und anderen Schlaginstrumenten, bis allmählich die Streicher in einem Crescendo eintreten. Und diese Streicher sollten bei Brewaeys runder klingen, also die Violinen hinten, die Bratschen vorne auf der Bühne. Es sind unerhörte Klangwellen, die hin und her über dich hinwegrollen. Es gab mir das Gefühl, das ich bei dieser Stephan Vanfleteren-Film bekam, Die Flut bringt dich nach Hause, über den abenteuerlichen Kampf dieses Fotografen mit der stürmischen Ebbe und Flut des Meeres. Ist das etwa die Spektralmusik von Brewaeys? Eine Musik, die von allen Seiten aus allen Instrumenten spritzt und mit allen möglichen Farben, Tönen und Obertönen ins Publikum geschleudert wird, unaufhörlich und massiv orchestriert, manchmal lyrisch und dann mitten in die Elektronik, um schließlich plötzlich wieder stille zu werden? Was für ein Erlebnis, was für eine Fülle!

Die Orchestrierung der Debussy-Präludien war für mich einst der Weckruf zur Musik von Brewaeys. Leichter im Ton, aber immer unterschwellig diese Debussy-Anklänge. Aber wieder werden wir von all diesen Instrumenten in diesem Klangbad der »Die versunkene Kathedrale« untergetaucht. Man hört, wie diese Kathedrale untergeht, bei jedem Perkussions-Wirbel weiter durch den Boden sinkt und mit einem letzten Rasseln unter Wasser verschwindet. Blupp. Und seine anderen Debussy-Orchestrierungen folgen demselben Schema. Die zweite Sinfonie ist dann ein ganz anderes Kaliber, noch mehr Perkussion und alle Instrumente eingesetzt, um dich in höhere Sphären zu bringen. »Komm! Hebe dich…« « ist dann auch der Titel dieses Werkes. Es dauert nur eine Viertelstunde, aber welche schöpferische Kraft geht davon aus.

Dann muss das Brussels Philharmonic noch die Weltpremiere des Violinkonzerts von Daan Janssens bringen. Er hat bereits ein berühmtes Cellokonzert mit Elektronik geschrieben und Arne Deforce gewidmet. Diesmal ein Konzert im Auftrag des Brussels Philharmonic für Violine und Elektronik. Geiger Samuel Nemtanu beginnt mit einem sanften und ruhigen Start, drei Noten auf verschiedenen Saiten, aber bald muss er gegen ein vollständig und wild spielendes Orchester antreten, bis alles wieder in die Falten der Elektronik passt. Der Solist schafft es mühelos, seinen Platz zu behaupten. Das tut er, legato und staccato spielend, mit »zeitgenössischer« Virtuosität. Eine Virtuosität, die vorerst nicht in den Geschmack unserer Elisabeth-Wettbewerbe fallen würde. Und von Anfang bis Ende mischt sich in das Klangbild diese schimmernde Elektronik des Centre Henri Pousseur. Mit noch einem meisterhaften Ausbruch von Violine und Orchester endet dieses atemberaubende Konzert. Das Konzert war die Entdeckung des Abends, Brewaeys würdig.

Detalhes:

Título:

  • Brewaeys? Sicherheitsgurte anlegen!

Künstler:

  • Brussels Philharmonic u.L.v. Ilan Volkov mit Geiger Samuel Nemtanu und Centre Henri Pousseur

Ort:

  • Studio 4, Flagey, Elsznz (Brüssel)

Datum:

  • 30. Januar 2026

Fotografie:

  • Roger Creyf

Bleiben Sie informiert

Jeden Donnerstag versenden wir einen Newsletter mit den neuesten Meldungen unserer Website

– Anzeige –

nlNLdeDEenENfrFR