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Klassik Zentral

An die VRT-Kollegen, die ‚gezielt ausscheiden' sollen, meine aufrichtige Anteilnahme.

Ich weiß, wie sich das anfühlt und glaub es oder nicht, insgeheim hätte ich mir gewünscht, einer von euch zu sein. Bei der vorherigen Kündigungswelle 2017-2018 gab es keine Protestschilder, keine Presseberichte, keine offene Empörung oder moralische Unterstützung. Nach achtzehn Monaten im luftleeren Raum wurden wir stillschweigend hinausgeworfen. Im Verborgenen. Selbst Benjamin Dalle bestritt bei seinem Amtsantritt als Medienminister, dass ich gekündigt worden war, und behauptete noch lange danach, dass es keine Kündigungen geben würde.

Nach anderthalb Jahren Funkstille{{NOTRANSLATE_1}}ergriff ich in meiner letzten Radiosendung die Macht des Mikrofons und machte meine Kündigung selbst öffentlich. Dass ich meinen Hörern würdevoll Abschied hätte nehmen wollen, kam meinen Vorgesetzten nie in den Sinn. Jemand verschwindet, einfach so. Ein halbes FTE weniger.

Ist eure Gruppe diesmal zu groß, um es zu verschweigen? Sind zu viele bekannte Namen darunter? Hätte die VRT-Führung inzwischen doch etwas über Grenzverletzungen und Machtmissbrauch gelernt? Möchte man lieber keine #metoo-Prozesse riskieren?

Dass es hätte schlimmer kommen können, nützt euch nichts. Aber dass ihr wenigstens der Schweigekultur und passiven Aggression entkommt, wird hoffentlich einige Traumata weniger verursachen.

Informiere dich gut, bevor du einen Vergleich unterzeichnest, er kann ein Mittel sein, dir Schweigen aufzuerlegen. Sprich so viel wie möglich über das, was dir jetzt widerfährt, sichtbar und öffentlich, wenn es geht. Schöpfe Energie und Trost aus jedem Zeichen echter Anteilnahme, je weiter unten in der Hackordnung, desto größer die Chance, dass dieser Kollege dir auch wirklich ein sicherer Ort ist. Frage dich, ob du vielleicht doch noch naiv warst. Die meisten Menschen sind anständig, ab und zu. Und schließlich, wisse, dass es lange dauern kann, bis die Wunden der Ablehnung heilen.Es dauert immer länger als man denktsagt Judith Herzberg,auch wenn man denkt, es wird wohl länger dauern, als ich denke.

In meinem Matrix-Vortrag „Radio, ein virtueller Konzertsaal" spreche ich noch immer mit Liebe über unseren wunderschönen öffentlichen Rundfunk, an den ich mich wie die meisten Mitarbeiter sofort verkauft habe. Wie naiv kann ich sein. Diese gesellschaftlich wichtige Institution, die Garant für Information und Kultur sein will, wird inzwischen systematisch abgebaut. Wer weiterhin behauptet, dass dieser gezielte Abbauprozess unvermeidlich ist und durch Sparmaßnahmen begründet wird, hat nichts davon verstanden.

Mein Respekt gilt denen, die bleiben.
Mit noch strafferen Gurten in unruhigem Wasser rudern, das wird sehr schwierig.
Haltet durch. Passt gut aufeinander auf.

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  • An die VRT-Kollegen, die ‚gezielt ausscheiden' sollen, meine aufrichtige Anteilnahme.

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