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Klassik Zentral

Minnezänger als Sänger der Liebe

Okzitanische Troubadours, nordfranzösische Trouvères und Minnesänger aus den deutschsprachigen Regionen – sie alle besangen die höfische Liebe. Als Sänger der Liebe verkörperten sie den Herzschmerz der unmöglichen Liebe. Das Ensemble Céladon unter der Leitung von Paulin Bündgen widmete ihre letzte CD (RIC447) ins Ohr sprang. dieser deutschen Tradition.

Die Tradition der Minnesänger entstand aus französischen Vorbildern der Troubadours und Trouvères. Wie bei den französischen Vorläufern war es oft ein Ritter, der seine Liebe zu einer adligen Dame besang. Beliebte Themen waren Treue (Treue) und gezüchtete Sittenstrengheit (Mäßigung). Die französische Tradition zeichnete sich durch strenge Regeln aus. Die ersten deutschen poetischen Gattungen waren ursprünglich von diesen französischen Vorbildern abgeleitet, doch im Laufe des 13. Jahrhunderts emanzipieren sich die deutschen Sänger allmählich von den französischen Gattungen und differenzieren sich weiter. Die Minnesänger entwickelten ihre eigenen Stile und Formen. Eben diese hochmütige und späte Minnesang ist auf der CD (RIC447) ins Ohr sprang. im Angebot.

Walther von der Vogelweide (Codex Manesse)

Walther von der Vogelweide (Codex Manesse)

Das Album trägt den Titel des letzten Liedes. Bemerkenswert ist, dass es sich um ein frühes Beispiel aus der abgegrenzten Periode handelt. Das Lied stammt von Walther von der Vogelweide (1170–1230), einem der bekanntesten Sänger (die sogenannten „zwölf alten Meister") aus den deutschsprachigen Gebieten. Er war nicht nur zu Lebzeiten bekannt, sondern auch bei der Wiederentdeckung der mittelalterlichen Musik wurde sein Name wiederholt im Zusammenhang mit der Minnesänger-Tradition erwähnt. So verweist auch Richard Wagner (1813–1883) in „Am stillen Herd" aus der Oper Die Meistersinger von Nürnberg (1867) namentlich auf Walther von der Vogelweide.

Das ausgewählte Lied (RIC447) ins Ohr sprang. [Track 11] wird auf diesem Album von Clara Coutouly und Paulin Bündgen gesungen. Die Musik ist strophisch und schlicht begleitet. Die ganze Aufmerksamkeit kann dem Text gelten. Mit sorgfältiger Artikulation und Textausdruck singen Coutouly und Bündgen die Strophen. Es ist deutlich, dass großer Wert auf Textverständlichkeit gelegt wurde.

Unter der Linde an der Heide,
da unser zweier Bette war,
da mögt ihr finden
schöne beide gebrochene Blumen und Gras.

vor dem Walde in einem Tal –
tandaradei!
schöne sang die nachtigal.

Unter den Lindenbäumen auf der Heide,
wo unsere zwei Betten standen,
da mussten wir
schöne gebrochene Blumen und Gras suchen.

vor dem Wald in einem Tal –
tandaradei!
schön sang die Nachtigall.

Clara Coutouly und Paulin Bündgen eröffnen auch gemeinsam die CD mit einem der großen Namen unter den Minnesängern. Die Musik von Konrad von Würzburg (1225/30–1287, auch ein "alter Meister") ist ein Beispiel für späte Minnesang. Das ausgewählte Lied Do ich mich übte der Saitenklang [track 01] ist untypisch für Würzburg. In diesem Gedicht schreibt er in der ersten Person und integriert viele autobiografische Elemente über das Singen und Spielen von Musik als Minnesänger. Passenderweise entschied sich Ensemble Céladon dafür, diese Aufführung mit einem Lautensolos zu beginnen. Dieses Vorspiel verklangt bereits den Text, bevor er gesungen wird. Plus der Sänger besingt danach die Tradition, auf die sich diese CD konzentriert. Eine treffende künstlerische Wahl, um mit diesem Metalied das Album zu eröffnen.

Erst ab der späten Minnesang machte Sitte manchmal Platz für Erotik. Avianus der freie Poet [track 06] von Tannhäuser (fl. 1245–1265) ist ein Beispiel, bei dem auch erotische Elemente ihren Einzug halten. Vermutlich wegen des Textes wurde beschlossen, eine instrumentale Fassung des Liedes zu spielen.

Bruder Wernher (Codex Manesse)

Bruder Wernher (Codex Manesse)

In den deutschsprachigen Gebieten entstand im Gegensatz zu den französischen Trobadors und Trouvères auch eine parallele Sangtradition, die sich nicht auf höfische Liebe konzentrierte. Sprüche besingen keine Liebe, sondern geben sozio-politische Kommentare. Der musikalische Stil ist ähnlich, aber der Inhalt ist in der Praxis oft das Gegenteil der Minnesänger. Für diese parallele Tradition wurde im Album Platz geschaffen.

Ich baue ein Haus [track 04] von Bruder Wernher ist ein Beispiel für die Sprüche die musikalisch parallel zur späten Minnesang läuft. Es ist ein typisches Wernher-Lied und hat wie all seine anderen Lieder christliche Moral und Ethik zum Thema. Es ist allerdings ein bemerkenswert langes Lied. Ganze 15 Minuten lang. Es gibt nur noch ein anderes Lied im Album, das auch diese Länge hat, Ihr schaut an die kleine Ameise [track 07] von Konrad Marner (1270–?) das auch ein Sprüche-Lied ist. Wie bei den Minnesängern ist Textverständlichkeit wichtig für eine gelungene Aufführung.

Diese CD gibt einen Überblick über die deutschsprachige Musiktraditionen aus dem 13. Jahrhundert. Sowohl die Minnesänger- als auch Sprüche-Repertoire kommen Angebot. Musik der bekannten „zwölf alten Meister" sowie von weniger bekannten Komponisten wird gesendet. Bei der Zusammenstellung des Programms wurde klar auf das Gesamtbild geachtet. Es ist keine einfache Aufgabe, ein Jahrhundert Musik in gerade eine Stunde und eine Viertelstunde zu packen. Dennoch versteht es Ensemble Céladon unter der Leitung von Paulin Bündgen mit ihrem Album (RIC447) ins Ohr sprang. einen schönen und vollständigen Überblick zu geben.



{{NOTRANSLATE_0}}{{NOTRANSLATE_0}}{{NOTRANSLATE_0}}{{NOTRANSLATE_0}}{{NOTRANSLATE_0}} 4/5

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Título:

  • Minnezänger als Sänger der Liebe

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