Das war ein Schock und ich bin immer noch etwas verstört davon. Michel Dutrieue, ehemaliger Mitarbeiter von Klassiek Centraal und sehr engagiert bei seinem eigenen Blog "Stretto’ ist nicht mehr. Er starb am 21. Mai. Auf seinen Wunsch hin wurde er in aller Stille eingeäschert und seine Asche über die Nordsee verstreut. Das Meer, das er als Einwohner von Ostende so sehr liebte. War ich bei ihm, um verschiedenes zu besprechen, und das Wetter spielte mit, dann wählte er immer wieder die schicke Terrasse des Thermae Palace Hotels, mit Blick auf die Nordsee, mit der er sich nun für immer vereinigt hat.
Michel verfügte über enzyklopädisches Wissen und war begeistert von allen Kunstformen, allen voran der klassischen Musik und darin besonders Richard Wagner. Nach etwa fünf Jahren, in denen er für Klassiek Centraal schrieb, entschied er sich für seinen eigenen Blog, weil er seine Botschaft über mehr als nur Themen verbreiten wollte, die mit "nur" klassischer Musik verbunden sind.
Auf gewisse Weise war Michel etwas ein Einzelgänger, ein Fremdling in der kulturellen Landschaft, aber was für ein Wissen hatte er und einen Geschmack für nur das Beste, das ihm nie gut genug war. Er hielt viele Vorträge und Kurse über klassische Musik, aber auch über andere kulturelle Themen. Jedes Gespräch mit ihm war fesselnd, ihn zu lesen war manchmal faszinierend.
Auf Stretto liest man folgendes Curriculum
“Michel Dutrieue studierte an den Königlichen Musikkonservatorien von Brüssel und Gent. Seit 1985 war er Dozent/Kursleiter für Literatur, Musikgeschichte, Philosophie, Kunstgeschichte und Musikanalyse. Er begann als Violinist im damaligen Westflämischen Orchester und Anfang der 1980er Jahre leitete er das Ballroom-Ensemble ‚Baby loves Mambo' in Gent. Zwischen 1985 und 2005 war er Mitarbeiter bei BRT 3, Radio 3 und Klara und war Gastredner beim niederländischen Radio in Hilversum. In dieser Zeit war er auch Dozent für klassische Musik am Bildungsinstitut in Oostende. 1990 erschien sein Buch ‚Eros & Thanatos im fin-de-siècle-Wien' (BRT-Verlag). Er leitete zehn Jahre lang den vierstimmigen gemischten Chor ‚De Profundis' und wurde als Komponist ins ‚Lexikon der flämischen Komponisten' aufgenommen. In Gent hatte er zehn Jahre lang seinen eigenen Opernclub, für den er ausführliche Besprechungen der Produktionen der Flämischen Oper gab. Er war Mitglied des Verbandes der belgischen Musikpresse und seit November 2012 Mitglied der Musikbewertungskommission des Kulturministers."





