Dritter Halbfinaltag – Nachmittag
Programm
Anton Kraft – Konzert in C-Dur op. 4
Königliches Kammerorchester der Wallonie, Leitung Vahan Mardirossian
Er beherrscht die technischen Aspekte fehlerfrei und verfügt über eine außergewöhnlich geschickte Fingertechnik, lässt aber emotional zu wünschen übrig. Die Abstufung in der Intensität, das Crescendo und Diminuendo, fehlen nahezu völlig.
Weniger Zusammenspiel, es gibt Passagen, in denen er sich von der Orchesterbegleitung nicht ausreichend unterscheidet. An bestimmten Stellen ist ein Mangel an Klarheit zu erkennen; eine ursprüngliche Hinzufügung eines Scherzo, ein persönlicher Beitrag, der vom Komponisten nicht vorgesehen war, trübt oder verschleiert die Klangklarheit, während dies besser hätte abgerundet sein können.
Programm
Leopold Hofmann – Konzert in D-Dur Badley D3
Königliches Kammerorchester der Wallonie, Leitung Vahan Mardirossian
Eine überzeugende Interpretation in seinem speziellen Zugang zu diesem Konzert, das von vielen Kandidaten gewählt wurde, wobei Simon Tetzlaff jeden Moment, in dem er spielt, genießt.
Durch Phrasierung, Intonation und technische Präzision im Klangumfang, im Farbspektrum und in der Schönheit seiner Cellostimme lässt er die Musik vollkommen zu ihrem Recht kommen. Er spielt mit Selbstvertrauen, Ausstrahlung, Musikalität und Intuition in einem Spiel aus Klarheit, Sanftheit und Glanz, in dem die Cello durch die charakteristische Haltung des Musikers als Hauptrolle hervortritt.
Programm
Harold Noben – Koffein
Zoltan Kodály – Sonate in h-Moll op. 8
Yukie Takai, Klavier Begleitung
Neben dem obligatorischen Stück von Noben präsentiert er auch die Sonate von Kodály, womit er die Verwandtschaft zwischen schwedischer und ungarischer klassischer Musik unterstreicht. Sein Spiel zeugt von tiefer Emotionalität und nahtloser Integration von Themen: Träumereien über ferne Länder und ethnografische Motive. Mit seinem wohlüberlegten, durchdachten und sorgfältigen Ansatz hat Marcus Michelin das Potenzial, Neuerungen in der Celltechnik durchzuführen und über die gängigen und akzeptierten Normen hinauszugehen. Ich bin neugierig, wie die Jury hierauf reagieren wird.
Programm
Harold Noben – Koffein
Bohuslav Martinů – Sonate Nr. 2 H 286
Antonín Dvořák – Klid (Stille Wälder) op. 68/5 B 173
Noreen Polera, Klavier Begleitung
Ein energisches Spiel, sensibel, mit unruhigen Fingern am Bogen, das ein Gefühl paradoxer Zerbrechlichkeit und Verletzlichkeit hervorruft. Sie verfügt über eine besondere Geschmeidigkeit; ihre Musik erweckt in ihrem unaufhaltsamen Fluss den Eindruck, dass die Aufführung einzigartig ist. Ihr ganzer Körper wird bei der Interpretation dieses gut angeeigneten Repertoires in Bewegung versetzt. Was sie in ihrem technischen Studium gelernt hat, ist vollständig verinnerlicht. Aussagekräftige Phrasierung, ein vortrefflicher Klang. Obwohl sie sich noch am Anfang ihrer Karriere befindet, zeigt sie Zeichen künstlerischen Wachstums.









