Violist Stefan Jackiw is dit seizoen artist in residence bij het Residentie Orkest in Den Haag. We hadden met hem een uitgebreid gesprek over zijn muzikale vorming, kwetsbaarheid op het podium, zijn Montagnana-viool en waarom hij steeds minder geïnteresseerd is in het bewijzen van zichzelf.
Ein Musiker in Bewegung
Für alle, die ihn noch nicht kennen: Jackiw beschreibt sich selbst zuallererst als jemand, der nach wie vor neugierig ist. Trotz einer langen professionellen Karriere fühlt sich seine Beziehung zur Violine und zum Repertoire noch immer nicht "abgeschlossen" an: "Ich überdenke ständig, wie ich klingen möchte, wie ich eine Phrase sprechen lassen will und was ich einem Publikum mitgeben möchte." Neben dem großen Violinrepertoire sind Kammermusik und Unterricht gleichwertige Bestandteile seines musikalischen Lebens. Was ihn dabei am meisten interessiert, ist Kommunikation: zwischen Musikern untereinander, zwischen Interpret und Komponist und letztlich zwischen Bühne und Publikum.
Jackiw begann im Alter von vier Jahren, Geige zu spielen, mehr oder weniger zufällig. Von einem einzigen entscheidenden Moment, in dem er beschloss, Musiker zu werden, könne keine Rede sein – es wurde nach und nach ernster, je mehr er sich emotional mit Musik verbunden fühlte und Repertoire entdeckte, das er liebte. Irgendwann begriff er, dass die Violine nicht einfach etwas war, worin er zufällig gut war: Sie war zu dem Weg geworden, auf dem er sich am natürlichsten ausdrückte. Jugendorchester und Sommerkurse, bei denen er Gleichaltrige mit derselben Leidenschaft traf, waren dabei wichtige Schritte in seiner Entwicklung.
Bemerkenswert ist, wie er betont, dass die Musik nie seine gesamte Identität bestimmt hat. Schule und Menschen, deren Leben nichts mit Musik zu tun hatte, blieben ihm wichtig, und dieser weitere Blick ist ihm erhalten geblieben: "Musik handelt von menschlicher Erfahrung. Wenn deine gesamte Erfahrung darin besteht, Geige zu üben, gibt es irgendwann eine Grenze dessen, was du damit sagen kannst."
Diese forschende Haltung klingt auch in der Art durch, wie er an ein Stück herangeht. Jackiw wuchs mit zwei theoretischen Physikern als Eltern auf und studierte in Harvard: "Man sollte etwas nicht einfach glauben, nur weil eine Autorität es einem gesagt hat." Beim Studium von Musik fragt er unablässig, warum eine Harmonie so klingt, warum ein Komponist eine bestimmte Artikulation verlangt, warum das eine Tempo eine Struktur unausweichlich spüren lässt und das andere episodisch wirkt und warum eine Passage, die technisch korrekt scheint, manchmal dennoch nicht zu kommunizieren vermag. Doch Analyse ist nie Selbstzweck: "Idealerweise stellst du all diese Fragen im Übungsraum, damit die Musik auf der Bühne spontan und emotional unmittelbar empfunden werden kann."
Außerhalb der Musik findet er Ruhe beim Laufen. "Musik ist voller Urteile: Du hörst ständig zu, passt an, vergleichst, bewertest. Beim Laufen kann ich einfach Bewegung erleben. In der Wiederholung liegt etwas Meditatives, und körperlich hilft es mir, mich nach so vielen Stunden mit etwas zurückzusetzen, das so asymmetrisch und präzise ist wie das Geigenspiel." Zeit mit geliebten Menschen, gutes Essen, Reisen ohne Konzertverpflichtung – das sind Dinge, die er nach eigener Aussage heute mehr schätzt als in seiner Jugend.
Raum für Verletzlichkeit
Ein Wendepunkt in seiner Entwicklung war sein Studium bei Donald Weilerstein, der seine Auffassung davon veränderte, was großes Geigenspiel sein kann. Zuvor verband Jackiw musikalische Exzellenz vor allem mit Kontrolle: schöner Klang, technische Beherrschung, Konsistenz, Virtuosität. Weilerstein lehrte ihn, genauer zuzuhören, seinen eigenen musikalischen Reaktionen zu vertrauen und sich nicht hinter Glätte zu verstecken: "Das Ziel ist nicht zu zeigen, dass du extrem gut Geige spielen kannst. Das Ziel ist, etwas zu sagen, das sich notwendig anfühlt."
Konkret bedeutet Verletzlichkeit für Jackiw, Kontrolle loszulassen: eine Phrase extrem leise werden zu lassen, obwohl lauter zu spielen sicherer wäre, oder sich im Tempo Freiheit zu gönnen, weil die musikalische Spannung dies verlangt. Es bedeutet auch zu akzeptieren, dass eine Aufführung nicht jeden Abend gleich klingen muss: "Dieser Umschwung fiel mir schwer, weil Perfektionismus lange Zeit belohnt wurde. Zu lernen, dass etwas unvollkommen sein und dennoch bedeutungsvoller sein kann, war enorm befreiend."
Perfektionismus bleibt für ihn in der Vorbereitung dennoch wertvoll. Er zwingt ihn, Details zu erforschen, Probleme zu lösen und nichts zu akzeptieren, was besser sein könnte; diesen Teil seiner selbst möchte er auch nicht verlieren: "Das Problem entsteht, wenn diese Haltung mit dir auf die Bühne geht. Irgendwann musst du aufhören, die Aufführung zu verbessern, und die Aufführung tatsächlich geben." Inzwischen ist er darin besser geworden zu akzeptieren, dass er auftreten kann, ohne das Gefühl zu haben, dass alles perfekt ist – tatsächlich ist er nicht sicher, ob er dieses Gefühl je hatte. Die wichtigste Frage ist, ob er versteht, was er sagen will, und ob er ausreichend vorbereitet ist, um im Moment selbst frei zu reagieren.
Was sich verändert, wenn er zu Musik zurückkehrt, die er seit Jahren kennt, ist laut Jackiw vor allem die Person, die sie spielt. Die Noten bleiben natürlich dieselben, aber die Beziehung zu ihnen nicht. Stücke, die er als sehr junger Mensch vor allem virtuos fand, interessieren ihn heute viel mehr wegen ihrer Verletzlichkeit oder Ambiguität. Passagen, die einst enorme Anstrengung kosteten, fühlen sich nun körperlich selbstverständlich an, wodurch er ganz andere Dinge darin hören kann: "Das ist eine der besonderen Seiten klassischer Musik. Du kannst dein ganzes Leben mit demselben Meisterwerk verbringen und nie wirklich zu einer endgültigen Interpretation gelangen. Idealerweise wächst das Stück mit, während du selbst wächst."
Unterrichten und Loslassen
Teaching forces Jackiw to formulate sharply what he as a performer often does instinctively. A student who asks why something isn't working needs more than the answer "because it doesn't sound good" – you have to understand the physical or musical reason and communicate it in a way that makes sense to that specific person. That process often sends him back to his own playing with new insights. What he values most is seeing a student gradually become less dependent on the teacher: the goal is not to shape someone who plays the way he does, but to help them develop the ears, technique and confidence to make increasingly independent musical decisions.
A good teacher ultimately provides technique, discipline, listening skills and confidence, but above all teaches a student to teach themselves. Technique is essential – freedom is difficult without the physical means to realise what you hear – but technique is not an end in itself. A teacher must also help develop taste, curiosity and the courage to hold an opinion of one's own: "The teachers who meant the most to me didn't simply give me answers. They changed the questions I asked myself. That is probably the most valuable thing a teacher can pass on."
A longer musical conversation
His Montagnana immediately attracted him through the combination of depth and authority in its sound – a darkness and richness he finds compelling, combined with a strong core. "Living with an instrument like that changes the way you listen," he says, "because you gradually discover possibilities you didn't initially know existed." He has become increasingly interested in the balance between focus and resonance: enough core and projection for the sound to carry, but also enough freedom for it to bloom and acquire a soft glow around it. "A good instrument also never lets you become complacent. The more you learn to coax from it, the more you realise it still has more to give."
The sound he seeks today he describes as beautiful without becoming well-behaved. "There should be something lightly dangerous in it – something that can handle intimacy, but can also cut through an orchestra when needed."
That the residency with the Residentie Orkest felt right from the start, Jackiw partly explains by the existing bond with the orchestra and hall – musicians with whom he already enjoyed working. Where a soloist relationship is normally "extremely compressed" (a few rehearsals, one or two concerts, and then everyone goes their own way), a residency offers the possibility of a longer conversation: exploring very different repertoire together and, hopefully, learning from each other over the course of the season.
In his view, a genuine musical relationship with an orchestra arises when musicians begin listening beyond what is strictly necessary. In a good performance everyone can be responsive and professional, even at a first meeting, but over time you learn to recognise how certain musicians breathe, how an orchestra responds to particular gestures, how a conductor shapes time – less explanation is needed because a shared language develops. That is why he is also so happy to work again with conductor Jun Märkl: "The most satisfying collaborations are those in which interpretation seems to emerge jointly, rather than being imposed by one person."
On intimacy in a large concert hall, Jackiw says it isn't necessarily about physical distance, but about whether the audience feels that something is being communicated directly to them. Even in a very large hall, a pianissimo can make thousands of people lean forward at once; sometimes the quietest moments create the greatest sense of connection. Amare, he believes, has the ability to carry both the scale and excitement of an orchestra and to register those subtler gestures: "For me, the ideal concert creates the strange feeling that something very personal is happening in a public space."
Three musical languages
Mozart, Tchaikovsky and Prokofiev demand, according to Jackiw, very different musical languages, but the fundamental requirements do not differ so greatly: clarity of intention, a sense of character, constant listening to what is happening around you. Mozart is extremely exposed – there is nowhere to hide, because the smallest changes in articulation, timing or colour matter enormously. Tchaikovsky asks for a much greater physical and emotional expansion, but quickly becomes sentimental if you lose sight of the underlying structure. Prokofiev, in turn, requires a very different kind of rhythmic precision and character with wit, violence, lyricism and a kind of emotional ambiguity that fascinates him.
Prokofiev's Second Violin Concerto is especially close to his heart because of precisely those contrasts: angular and almost brazen at one moment, extraordinarily tender at the next. The second movement contains one of the most beautiful melodies in the violin repertoire, but Prokofiev never lets beauty remain comfortable for long: "That tension I find fascinating."
The freedom of letting go
Jackiw is increasingly interested in projects that blur the usual boundaries between soloist, chamber musician and music director: conducting from the violin, shaping programmes rather than simply delivering a concerto, and building longer-term relationships with ensembles. After years of travelling from orchestra to orchestra, the idea of continuity appeals to him more and more. He still enjoys playing concertos, but he is also interested in situations in which you can gradually build a musical environment – through a residency, chamber music, teaching, or the festival work in Hawaii, where he is artistic director of the Hawaii Chamber Music Festival.
The most important thing Jackiw has learned about music and about himself is probably that music becomes more interesting the moment you stop trying to prove something. When he was younger, much of his energy went into trying to be good enough: technically secure enough, prepared enough, impressive enough. Those concerns never disappear entirely, and ambition can be useful, but he has come to realise that an audience does not come to hear proof that you belong on the stage. "They come because they want to experience something."
That is why his goal has become simpler over time: to listen deeply, to respond to the musicians around him, and to communicate something he genuinely feels about the music – "The strange thing is: the less I want to prove what I can do, the more freedom I seem to find in my playing."
You can experience Stefan Jackiw with the Residentie Orkest at:
Tsjaikovski & Strauss - Residentie Orkest - RO