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Happy New Year Ludwig! mit Symfonieorkest Vlaanderen

V
· 3 Min. Lesezeit
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Happy New Year Ludwig! mit Symfonieorkest Vlaanderen

Ein Neujahrskonzert ohne die obligatorischen Walzer. Dieses Jahr wird weltweit das Œuvre von Beethoven anlässlich seines 250. Geburtstages auf den Notenpulten stehen. Das Symfonieorkest Vlaanderen stößt mit „Happy New Year Beethoven" nicht nur auf das neue Jahr an, sondern auch gleich auf die Verdienste dieses Meisters par excellence. Sekt für das neue Jahr und die Feier dieses Geburtstags, dazu noch eine funkelnde Solistin.

Unter der Leitung des jungen französischen Gastdirigenten eröffnet das Symfonieorkest Vlaanderen in vollständiger Besetzung dieses Neujahrskonzert mit einem Werk von Gioacchino Rossini mit der „Ouvertüre" aus der Oper „Guillaume Tell". Eine Ouvertüre aus vier Teilen: Prélude, Orage, Ranz des Vaches und Finale. Eine Interpretation, die in Bezug auf Aufbau, Dynamik und orchestrale Dosierung eine ganze Welt erschafft. Eine großartige Aufführung!

In kleinerer Besetzung spielt das Symfonieorkest Vlaanderen als zweites Werk die „Romanze Nr. 2 für Violine" von Ludwig van Beethoven. Konzertmeister Maxim Kosinov bespielte sein Instrument in zartem Intimität und lässt Töne von höchster Seligkeit erklingen.

Und dann ist die Reihe an Solistin Yeol Eum Son, geboren und aufgewachsen in Südkorea. Sie erhielt ihren ersten Klavierunterricht, als sie dreieinhalb Jahre alt war. Und dann ging es schnell… Mit acht Jahren spielte sie in Boston eines von Mozarts großen Klavierkonzerten. Mit sechzehn Jahren tauschte sie ihre Heimatstadt gegen Seoul ein. Während viele ihrer musikalischen Freunde bereits früh nach Europa oder in die USA gingen, erhielt sie an der Korean National University of Arts Unterricht von herausragenden asiatischen Pädagogen. Um sich weiterzubilden, zog sie ins Ausland um. So landete sie bei dem israelischen Pädagogen Arie Varda in Hannover. Sie erhielt erstmals internationale Aufmerksamkeit, als sie 2004 als Solistin beim New York Philharmonic Orchestra auftrat.

Inzwischen spielte sie weltweit mit den renommiertesten Orchestern. Daneben hat sie auch eine Führungsposition inne. Seit 2018 ist sie künstlerische Direktorin des Musikfestivals von Pyeongchang. Auch als Kolumnistin einer koreanischen Zeitung, in der sie ihre Musik einem großen Publikum zugänglich machen möchte, erlangte sie Ruhm.

Yeol Eum Son, zum ersten Mal zu Gast in Belgien, ist die Verkörperung östlicher Eleganz und Anmut. Sie wirkt zerbrechlich, aber welche Kraft steckt in dieser kleinen zierlichen Frau! In ihrer Interpretation hat sie keine Angst vor Raffinesse oder Effekt, ganz sinnlichkeit. Im „Klavierkonzert Nr. 1, S. 124" von Franz Liszt streichelt und hämmert sie auf den Tasten. In ihrem durchdachten Spiel fliegen ihre langen schwarzen Haare durch die Luft. Die Energie und Überzeugung, mit der sie spielt, ist intensiv, fesselnd und mitreißend in einer Explosion von Klang. Musik als magischer Brennstoff. Ein Bravourstück, in dem diese südkoreanische Pianistin in einem wunderschönen Zusammenspiel mit dem Orchester glänzt. Ihre Aufführung wurde mit enthusiastischem und minutenlangem Applaus geehrt. Als Dankeschön erhielt das Publikum noch eine Zugabe.

Nach der Pause stand das Eröffnungsthema von Ludwig van Beethovens „Symphonie Nr. 5, Opus 67" auf dem Programm. Jeder kennt die Anfangsnoten tata tata, tata tata…. Die Fünfte Symphonie war damals sehr innovativ und nicht nur wegen der Anfangsnoten. Unvorstellbare Größe und schmerzhafter Schmerz können die Menschen nicht ertragen, es erfordert Ordnung. Beethoven schafft es, das Unerklärliche in ein meisterhaftes Werk zu verpacken. Das Symfonieorkest Vlaanderen taucht in die verschiedenen Gefühlsabstufungen dieser Komposition ein in einem raffinierten und klaren Spiel. Dass Beethoven mit den Anfangsnoten dieser Komposition das Schicksal beschwört, wie sein Biograph Anton Schindler behauptete, bleibt bei einer so transparenten Interpretation weit weg!


  • WAS: Happy New Year Ludwig!
  • WER: Symfonieorkest Vlaanderen, Dirigent Adrien Perruchon, Solistin Yeol Eum Son
  • WO & WANN: deSingel, 26. Januar 2020
  • FOTOS: mt
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