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Rezensionen

Ein Mahler, der dich keinen Moment loslässt Schicken Sie gern die übrigen gelabelten Felder, dann übersetze ich sie ebenfalls.

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· 7 Min. Lesezeit
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Ein Mahler, der dich keinen Moment loslässt

Schicken Sie gern die übrigen gelabelten Felder, dann übersetze ich sie ebenfalls.

Sommige live-opnamen doen je vooral beseffen dat je bij het concert aanwezig had willen zijn. Deze opname van de Sechste Symphonie von Gustav Mahler (1860-1911) is er zo eine. Das Orchestre Philharmonique de Liège ist hier nicht immer technisch makellos, maar was es unter der beseelten Leitung von Carlos Païta hervorbringt, ist außergewöhnlich. Das Orchester stößt hin und wieder an seine Grenzen, doch die Intensität der Interpretation und die Konzentration, mit der Païta die Symphonie aufbaut, machen aus dieser Live-Aufnahme ein Erlebnis, das man nur schwer auf sich beruhen lassen kann.

Auch die Aufnahmequalität verdient dabei Erwähnung. Für eine Live-Registrierung aus dem Jahr 1997 klingt der Klang überraschend klar. Die Orchestergruppen bleiben gut voneinander zu unterscheiden, und auch die feineren Details bleiben hörbar, während die unmittelbare Spannung des Konzerts erhalten bleibt.

Schon ab den ersten Takten wählt Païta einen ausgeprägten Zugang. Er sucht nicht nach einem glatt gebügelten Mahler, sondern nach Kontrasten, die die Musik unablässig unter Spannung halten: energisch gegenüber betrachtend, scharf gegenüber entrückt, idyllisch gegenüber bedrohlich. Dadurch bleibt die Aufmerksamkeit während der gesamten Symphonie ungebrochen.

Unter Hochspannung

Der erste Satz beginnt mit einer Schubkraft, die man nur selten hört. „Energico“ steht nicht umsonst da, doch Païta macht aus dieser Angabe sofort ein körperliches Erlebnis. Das Tempo ist kraftvoll und wird konsequent beibehalten. Die Musik klingt heftig und markant, ohne dass die Details unter dieser Energie verschwinden. Wenn sich die lyrischeren Passagen ankündigen, nimmt Païta sich durchaus Zeit, die Musik nachwirken zu lassen. Doch die Bedrohung bleibt gegenwärtig und wird manchmal schon von den Pauken angekündigt. Das macht die Rückkehr zum energischen Hauptgedanken umso kraftvoller.

Auffallend ist auch seine Behandlung von Holz und Blech. Diese werden nicht ständig als Mittel orchestraler Bombast eingesetzt. Selbst in den monumentalen Passagen bleibt Aufmerksamkeit für die einzelnen Klangfarben erhalten. Auch die Kuhglocken finden ihren Platz innerhalb des musikalischen Ganzen. In der Passage mit den Kuhglocken wählt Païta übrigens ein auffallend breites Tempo, doch gerade dadurch entsteht ein starker Kontrast zur Ungestümheit des übrigen Materials. Der große Aufbau zum Hauptthema wirkt außerordentlich überzeugend. Das Blech hat es dabei nicht immer leicht, doch die dramatische Linie wird dadurch nicht unterbrochen.

Als gäbe es doch noch Hoffnung

Das Scherzo beginnt schnell, scharf akzentuiert und stechend. Unter dieser Beweglichkeit liegt ein giftiger Unterton. Wenn Païta anschließend das Tempo zurücknimmt, erhalten Holzbläser und Streicher Raum für einen verspielten Moment der Stille. Der Kontrast ist groß, teils sogar extrem. Gerade dadurch wird die Tragik der Symphonie spürbar: Die Momente der Ruhe bieten keinen echten Ausweg, sondern bilden nur vorübergehende Unterbrechungen der zugrunde liegenden Bedrohung. Die Musik scheint anschließend beinahe idyllisch enden zu können, doch dieser Eindruck erweist sich als trügerisch. Was bleibt, ist eher ein Gefühl der Ernüchterung als der Befreiung.

Verhältnismäßig zügig beginnt das Andante in den Streichern, wird aber allmählich betrachtender, ohne dass das Tempo wirklich zum Stillstand kommt. In den dünneren Streicherpassagen ist der Klang mitunter etwas scharf, doch wenn Holzbläser und später die Hörner mehr Raum bekommen, verändert sich die Stimmung. Païta nimmt hier das Tempo zurück und lässt die Streicher eine breitere Grundierung entwickeln. Das ergibt einen Moment großer Entrückung. Das Holz klingt danach beinahe himmlisch idyllisch, als ob in dieser dunklen Symphonie doch noch eine Form von Hoffnung möglich wäre.

Aber auch hier bewacht Païta die dramaturgische Linie. Die Ruhe erhält keinen endgültigen Charakter. Langsam baut er erneut Spannung auf, unter anderem in Richtung der Kuhglocken. Dadurch wird das Andante kein isoliertes lyrisches Intermezzo, sondern ein wesentlicher Bestandteil der tragischen Entwicklung. Die Reihenfolge von Scherzo und Andante funktioniert in dieser Interpretation übrigens hervorragend. Nach der extremen Nervosität des Scherzos entsteht Raum für Entrückung, und gerade dadurch gewinnt die Tragik noch mehr Relief.

Kein Entkommen möglich

Das Finale beginnt auffallend gemäßigt. Païta baut die Spannung behutsam auf und erzwingt das Drama nicht schon ab dem ersten Takt. Allmählich wird die Bewegung schneller, und auch der Kontrast nimmt zu. Hier arbeitet er bewusst mit Extremen, von ppp bis fff. Es gibt Momente, in denen die Musik für einen kurzen Augenblick Raum zum Atemholen zu bieten scheint, doch Païta gönnt dem Hörer dafür kaum Zeit. Die Spannung wird immer wieder neu gesteigert. Man wird gewissermaßen in das Finale hineingezogen.

Das macht auch die drei Hammerschläge so wirkungsvoll. Païta entscheidet sich hier, wie unter anderem Leonard Bernstein, für die Fassung, in der der später gestrichene dritte Schlag wieder erklingt. Mahler hatte diesen dritten Schlag nach den ersten Aufführungen aus der Partitur entfernt. Über seine genauen Beweggründe besteht Diskussion; die oft erzählte Erklärung, dass Aberglaube über das Schicksal dabei eine Rolle spielte, geht auf spätere Erinnerungen von Alma Mahler zurück. In dieser Interpretation wirkt das Trio jedenfalls als kraftvolles dramatisches Element. Païta hat die Spannung so weit gesteigert, dass die Schläge als körperliche Brüche in die musikalische Entwicklung eintreten.

Wenn das Finale schließlich vorüber ist, bleibt man noch einen Moment wie erschlagen im Sessel sitzen.

Was war dies für ein einmaliges Konzert?

Ein ausgeprägter eigener Charakter

Païta approaches Mahler radically differently from Haitink, Bertini and Boulez – for me three very different reference points in this symphony. Where their performances each seek balance in their own way, Païta resolutely chooses contrast, momentum and dramatic tension. This does not produce a technically flawless performance. Still, it would be too easy to judge this recording solely from those limitations. What matters here is the intensity with which Païta keeps the music under tension from beginning to end.

After three listenings, new details and ideas keep surfacing: the extreme contrasts, the unexpectedly broad tempi in certain passages, and the way lyrical moments are repeatedly overtaken by threat. Païta never lets the symphony sound noncommittal and makes you want to hear it again. It is precisely there that the persuasive power of this interpretation lies.

The historical context gives the recording an especially charged weight as well. The concert in Liège took place in 1997 and turned out to be the very last concert of Carlos Païta. Shortly before the performance, he had told his son Alexandre that he hoped it would not be his last. At the last moment, Païta also objected to the radio broadcast and recording of the concert, even threatening to cancel the performance altogether. Only after his son intervened did he agree to let the concert go ahead and be preserved.

In hindsight, that knowledge takes on an almost ominous quality. Mahler's Sixth, with its inescapable tragedy and the three crushing hammer blows in this performance, unintentionally acquired the character of Païta's musical testament. That knowledge makes the direct, sometimes raw intensity of this live recording all the more penetrating. But it is not necessary for the recording to retain its power: even apart from that historical context, this remains a performance that forces itself upon you with great conviction.

This recording is therefore more than a historical document. Païta makes Mahler's Sixth an outspoken, uncompromising experience that never attempts to soften the tragedy of the music. At times his reading is raw and not technically flawless, but nowhere does the music become noncommittal. It is precisely this combination of risk, intensity and dramatic tension that makes this recording one of the most interesting interpretations of Mahler's "Tragic" I know.

Besprochene CD

Mahler Symphonie 6 Païta

Orchestre Philharmonique de Liège o.l.v. Carlos Païta

Label
Le Palais des Dégustateurs · PDD055
Erscheinungsdatum
10 September 2026
Vollständige Angaben →
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