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Rezensionen

Brahms und Ligeti mit Fernen Echos aus dem 19. und 20. Jahrhundert

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Brahms und Ligeti mit Fernen Echos aus dem 19. und 20. Jahrhundert

Ferne Echos aus dem 19. und 20. Jahrhundert verspricht das Programm. Mit erstklassigen Ausführenden: zwei Elisabeth-Wettbewerb-Laureatinnen und -Laureaten, einer aus dem Violinwettbewerb von 2019 und einer aus dem Pianowettbewerb von 1991. Das sind bzw. Sylvia Huang und Jan Michiels. Und dann noch ein Talent, Anthony Devriendt, erste Hornist bei dem Nationaal Orkest van België. Und sie bringen einige selten gespielte Musikwerke von Johannes Brahms und György Ligeti. Und das ist gleichzeitig das Erkennungszeichen dieses 20-21 Festival: die Überwindung von Grenzen und Zeiträumen und deren Gegenüberstellung.

Zunächst ein kurzes Klavierstück von Brahms, gefolgt von einer Etude von Ligeti. Und dann wieder ein Intermezzo von Brahms und eine Etude von Ligeti. Ein bedächtiger Jan Michiels verleiht diesen Brahms-Stücken romantischen Klang und lässt die letzte Note so schön in der Stille verschwinden. Im Kontrast dazu steht natürlich Ligeti. Schnell flattern dann diese pulsierenden Rhythmen der Ligeti Etudes, fast repetitiv, fast mechanisch, geballt und flüchtig und mit unerwarteten Wendungen. Aber dann kommt das Hauptstück, Brahms Horntriotrio. Man erlebt dieses überraschend schöne Zusammenspiel und diese ungewöhnliche Klangkombination von Klavier, Violine und Horn. Selten, aber nicht verwunderlich, wenn man weiß, dass Brahms selbst auch Horn spielte.

Ein geschickter Griff, dieses Stück später mit dem Horntrio von Ligeti zu konfrontieren. Aber erst mal eine Pause und verdienter Applaus für dieses doch großartige Erlebnis: einen Hornisten so lange und so intensiv auf seinem Instrument beschäftigt zu hören. Allein das machte es zu einem einzigartigen Erlebnis. Und die Pianistin und Violinistin? Die waren in ihrer gewohnten Form, und das heißt: ausgezeichnet.

Dann wieder ein ruhiger, konzentrierter Jan Michiels mit kurzen Klavierstücken dieser beiden innovativen Komponisten. Und in dieser Gegenüberstellung meint man manchmal zu hören, wie nah diese Komponisten, über ein Jahrhundert hinweg, bei einander liegen mit ihrem Klavierspiel, ihrem Erforschen des Notenmaterials. Zum Abschluss das Horntrio von Ligeti. Wieder alle drei zusammen, manchmal unisono, manchmal sich anleiten und begleiten, aber vor allem wieder das Horn in all seinen Klangfarben hören können, gedämpft oder nicht, einmal mit verlockender Sanftheit, dann wieder flüchtig und kraftvoll, hell hoch und dunkel tief. Es war eine außergewöhnliche Leistung, diese Ligeti-Musik verständlich und hörenswert zu einer Entdeckung zu machen.


WER: Anthony Devriendt, Horn; Sylvia Huang, Violine; Jan Michiels, Klavier. WAS: Johannes Brahms, Klavierstücke op.118, Nr.6 und op.119 Nr. 1 und 4 ; Intermezzi op. 117, Nr.1 ; Horntrio op.40 - György Ligeti, Etude Nr. 3,4,6 und 8; Horntrio. WO: Iers College, Leuven WANN: 2. Oktober 2023.
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