Junior Ballet Antwerp ist ein vorprofessionelles Programm in Form einer „Junior Company". Die Initiative schlägt eine Brücke zwischen dem Abschluss und dem Einstieg in ein vollwertiges professionelles Ensemble.
Märchen haben meist ihren Ursprung in Volksmärchen. Aschenputtel ist eines davon. Weltweit bekannt und geliebt. Variationen dieses Themas finden sich in Ländern wie China, Russland, Persien und Asien. Die erste geschriebene europäische Version stammt aus dem Jahr 1634 und wurde von dem Neapolitaner Giambattista Basile niedergeschrieben. Bei uns ist vor allem die Version der Gebrüder Grimm bekannt. Viele Künstler ließen sich davon inspirieren.
Prokofjew komponierte Aschenputtel in den Kriegsjahren 1940-1944. Dieses Ballett, auch unter dem Namen Aschenputtel, bekannt, ist ein starkes und farbreiches Werk – nicht progressiv oder extravagant, sondern nach den Maßstäben eines traditionellen abendfüllenden Balletts in drei Akten komponiert. Es hatte seine Uraufführung 1945 im Bolschoi-Theater in Moskau.
Die Entstehung
Alain Honorez, ehemaliger Primatänzer des Königlichen Balletts Flandern, war nicht nur ein fantastischer Solist, der Star mancher Tanzaufführung, sondern auch ein Mann mit Unternehmungsgeist und Vision. Ideenarmut ist nicht sein Ding. Zusammen mit seiner Ehefrau, der Tänzerin und Choreografin Altea Núñez, gründete er 2019 das Junior Ballet Antwerp. Das Märchen Aschenputtel wurde von ihnen beiden für das Junior Ballet Antwerp zu einer zeitgenössischen Geschichte und einem Ballettspektakel umgearbeitet. Vollständig auf die jungen Tänzer des JBA abgestimmt. Mit 12 Mädchen und kaum 3 Jungen erforderte dies viel Puzzle-Arbeit, damit jeder zum Zuge kommt. Diese Gegebenheit ist einfach und komplex zugleich. Es wurden auch Schüler der fünften Klasse der Königlichen Ballettschule und einige junge Kinder von Prinz Dries herangezogen. Dies ergibt eine Gesamtbesetzung von 33 Tänzern. Sie glänzen in 130 wunderschönen Kostümen von Jolien Deweerdt. Zu sehen im märchenhaften, verzaubernden Bühnenbild der Handelsbeurs.
Pumeza Matshikiza & Tineke Van Ingelgem über die Musik von Rusalka
Pumeza Matshikiza & Tineke Van Ingelgem über die Musik von Rusalka
Klassisches Ballett und Sternenstaub
Für diese Familienvorstellung ist es für Kinder reine Magie. In dieser Produktion zeigt Alain Honorez sein breites künstlerisches Schaffen, seine Erfindungsreichtum und Kreativität und nicht zuletzt seine große Liebe zum klassischen Ballett. Als Highlight werden neue Möglichkeiten eingesetzt und ausgeschöpft. Konzeptionelles, räumliches und dramaturgisches Denken gehen Hand in Hand. Das schöne Interieur der Handelsbeurs wird zur Vorlage. Mit 3D-Mapping werden verblüffende Ergebnisse in einer bildreichen Atmosphäre erzielt. Man wähnt sich wahrlich im Wunderland. Aschenputtel ist ein wunderschönes visuelles Spektakel, eine filmische Erfahrung – dafür sorgten Julie & Tibaut Coppens. Die Live-Begleitung durch die belgische Kammerphilharmonie Casco Phil sorgt für vibrierende Energie. Der Dirigent Michiel Delanghe wacht über klaren Orchesterklängen.
Alain Honorez hat das Libretto energisch überarbeitet. In der Erzählweise fügt er eine weitere Dimension hinzu. Psychologie und Soziologie führen die Geschichte in neue Bahnen. Sie navigiert zwischen Traum und Wirklichkeit. Das Märchen hat raue Ecken: der Tod der Mutter. In einer anderen Familie aufgenommen, wird Cinderella nicht mit Wärme und Zärtlichkeit empfangen. Sie wird von der mürrischen Stiefmutter ausgebeutet. Ihre Stiefschwestern, zwei verwöhnte Gören, provozieren und mobben sie (die „Woche gegen Mobbing" ist gerade vorbei – also ein aktuelles und nachvollziehbares Thema für Jugendliche). Zusammen mit seiner Lebenspartnerin, der Tänzerin und Choreografin Altea Núñez, ließ sich Alain Honorez vom Reichtum der Musik leiten und entwickelte eine erfindungsreiche, verspielte Tanzsprache mit Punch und Auge für Details.
Die Aufdringlichkeit und Brutalität der Stiefschwestern kontrastiert mit der schüchternen Ingénue Cinderella. Ensembleszenen mit perfekt synchron ausgeführten Schritten und anmutigen Armbewegungen wechseln sich mit beeindruckenden Solos ab – große und kleine Sprünge, Pirouetten, viel Spitzentanzwerk und zum Schluss eine wunderbar ergreifende Pas de deux. Alle Zutaten, die man von einem klassischen Ballett erwartet, sind vorhanden. Die jungen Tänzer sind Energiebündel und vermitteln eine Vielfalt von Gefühlen in Spiel- und Tanzfreude.
JBA spricht alle Ihre Sinne an. Aschenputtel ist irdisch mit Funken übernatürlicher Kräfte. Der künstlerische Leiter des JBA möchte mit dieser Produktion ein Zeichen von Hoffnung und Schönheit in einer Zeit voller Negativität und Unsicherheit geben. Eine Aufführung, die vor Energie, Verspieltheit und Staunen platzt. Es ist überall viel los. Jedes kleinste Detail sitzt perfekt. Magie wird auf der Bühne erschaffen.
Die Tänzer und Choreografen Altea Nuñez und Alain Honorez zeigen ihre Vielseitigkeit in einem wunderbar sinnlichen Spektakel. Die Gefühle, die Kunst und Kultur auslösen, kennen kein Alter. Groß und Klein waren vom Geschehen fasziniert.
Bei den zehn Aufführungen gibt es verschiedene Besetzungen und Casts. JBA hat drei Jungen. Sie bekommen alle drei die Chance, den Prinzen zu spielen. Bei der Premiere war Akihito Shimogata als Prinz zu sehen, mit Natsuki Nishiyama als Cinderella. Die Stiefschwestern wurden von Laura Flügel und Soazig Drion verkörpert, die Stiefmutter von Altea Nuñez. Diese Aufführung zeigt das volle Potenzial der Tänzer. Es ist einfach ein Genuss zu sehen, wie alles zusammengestellt wurde.
Dieses Wochenende beginnt die Krokusvakanz. Wecken Sie Ihr Fernweh und buchen Sie schnell ein Ticket für dieses wunderbare und herzerwärmende Ballett
LABEL: Junior Ballet Antwerpen
Musik: Sergei Prokofjew
Choreographie: Altea Núñez & Alain Honorez
WAS: Weltpremiere Märchenballet ASCHENPUTTEL
ORT: Handelsmesse Antwerpen
WANN: Freitag, 17. Februar





